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Beispiele für funktionierende Wärmepumpenanlagen

Der Bundesverband Wärmepumpe hat eine Exkursion organisiert, die interessante Wärmepumpenanlagen begutachtet. Nachfolgend sind einige Beispiele aufgeführt.

Neuss
Der Eigentümer einer Doppelhaushälfte hat hier eine „Wärmequelle auf dem eigenen Grundstück“. Er hat den Ölheizkessel durch eine Sole/Wasser-Wärmepumpe ersetzt. Auf diese Weise gewann er nebenbei auch noch viel Platz in seinem Keller. Der Eigentümer sagt: „Die Sanierung der zweigeschossigen 172 m² großen Wohneinheit aus dem Jahr 1979 ist einer Kernsanierung gleichgekommen.“ Fenster, Türen, Elektro – alles wurde erneuert. Außerdem verbaute er in allen Räumen eine Fußbodenheizung, nicht zuletzt, um mit einer niedrigen Vorlauftemperatur heizen zu können und damit die Voraussetzungen für den Betrieb einer Wärmepumpe zu schaffen. Das Herzstück der Sanierung ist die neue Sole/Wasser-Wärmepumpe (Hersteller Stiebel Eltron) mit einer Heizleistung von 10 kW. Sie erreicht eine Jahresarbeitszahl von 4,6. Bei der Finanzierung halfen eine Fördermaßnahme des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Tönisberg am Niederrhein

Eine WP-Anlage befindet sich hier in einer ehemaligen Dorfschule. Durch einen Investor wurde das alte Gebäude in ein Mehrfamilienhaus verwandelt. Schwierig war es hier, Denkmalschutz und Modernisierung unter einen Hut zu bringen. Verbaut worden ist beispielsweise eine Fußbodenheizung mit einer Aufbauhöhe von weniger als 4 cm und einem Gewicht von 50 kg/m². Da auch die Holzbalkendecke unter Denkmalschutz steht, musst hier besonders auf das Gewicht geachtet werden. Das Heizen der 470 m² Gesamtfläche geschieht nun mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe (Hersteller Alpha-Innotec). Sie erreicht nach Angaben des Installateurs eine Jahresarbeitszahl von 3,9 und der Heizenergieverbrauch liegt bei 19 300 kWh/a.

Haan bei Düsseldorf

Eine Wärmepumpenanlage befindet sich hier im Backsteingebäude einer ehemaligen Pumpstation. Das Gebäude ist denkmalgeschützt und wurde 2010 saniert, wobei die 250 m² große ehemalige Pumpenhalle erhalten blieb. Für die Fußbodenheizung im Bürobereich ist eine Sole/Wasser-Wärmepumpe (Hersteller Viessmann) in Kombination mit einem Eisspeicher verantwortlich. Die Bürofläche hat sagenhafte 1000 m² und kann im Sommer mittels Luftauslässen auch gekühlt werden. Ein zusätzlicher Solarabsorber-Zaun versorgt den Eisspeicher oder auch, je nach Bedarf, die Wärmepumpe mit Sonnenenergie. Die Heizleistung hier beträgt 42,8 kW, die Jahresarbeitszahl liegt bei 4,3.

Mönchengladbach-Rheydt

Im hiesigen Karstadtgebäude steht eine Wärmepumpenanlage größerer Dimension. Hier wurden „Ecodan“-Wärmepumpen von Mitsubishi Electric installiert. Es arbeiten mehrere Split-Wärmepumpen zusammen und die Kälte- und Wärmeleistung lässt sich je nach Bedarf anpassen. Zur Anlage hier gehören zwei 6er-Kaskaden mit einer Kühl-/Heizleistung von 75/84 kW und VL-/RL-Temperaturen von 6/12 °C bzw. 55/49 °C; eine 6er-Kaskade mit einer Kühlleistung von 75 kW und VL-/RL-Temperaturen von 6/12 °C und eine 4er-Kaskade mit einer Kühl-/Heizleistung von 50/56 kW und VL-/RL-Temperaturen von 6/12 °C bzw. 55/49 °C. Die Wärmepumpen-Kaskaden befinden sich auf dem Dach. Die Verteilung der Wärme und Kälte erfolgt größtenteils über Deckenkassetten. Michael Lechte, Product Marketing Manager bei Mitsubishi, prophezeit: „Der Einsatz von Wärmepumpen in Supermärkten, Büros und anderen Gewerbeobjekten wird weiter zunehmen.“