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Internetfähige Heiztechnik

Heizungen, die über die Sprache gesteuert werden und programmiert werden können, gibt es schon. Aber was ist, wenn die Heizung plötzlich mit uns kommuniziert? So könnte das System beispielsweise folgendes mitteilen: „Ihr Energieverbrauch ist im Vergleich zum Vorjahr um 7 % gestiegen. Soll ich einen Wartungstermin mit Ihrem Installateur vereinbaren?“ Auf jeden Fall steigen die Anforderungen an Heizsysteme, nicht zuletzt auch wegen des Umstands, dass Haushalte künftig nicht genutzte eigene Energie zurück ins Netz speisen können.

Einen Zugriff auf vernetzte Heizungsanlagen ist nur über einen Internetzugang möglich. Auf diese Weise sind folgende Punkte überhaupt kein Problem mehr:

  • die Wartung der Anlage
  • die Steuerung der Heizung
  • Updates der Firmware
  • die Analyse der Daten

Die Kommunikation zwischen Geräten und die Vernetzung von technischen Infrastrukturen im Smart Home ist durch eine Vielzahl von Technologien und Standards möglich, bei der Vernetzung zwischen Betrieben, Kunden und Heizungsanlagen sind WLAN und LAN die Vernetzungsstandards.

Es ist nachvollziehbar, dass die zunehmende Verbreitung von vernetzten Heizungssystemen auch neues Know-how in den Bereichen IT und Netzwerktechnik nötig macht. Das alles muss nun der Installateur aber nicht können, denn bei Herstellern wie Buderus sind auch Netzwerkspezialisten zu finden, die man beauftragen kann, die Heizung des Endkunden mit dem Internet zu verbinden. Das nennt sich „Connect Service“ und umfasst dabei unter anderem folgende Punkte:

  • die Installation der Hardware
  • die Einweisung des Endkunden in die Fernsteuerung der Heizung über das Online-Portal
  • Spezialaufgaben wie das Einrichten des Routers vor Ort
  • ein zu großer Abstand zwischen Netzwerkbuchse und Heizkessel
  • die Einweisung von Fachhandwerkern in das Online-Portal „Control Center ConnectPRO“


Insgesamt gibt es durch die zunehmende Vernetzung der Heizsysteme viele neue Dienstleistungen, die SHK-Betriebe ihren Kunden anbieten können:

  • Möglichkeiten zur Ferndiagnose
  • Fernwartung
  • Energieberatung auf Basis der Analyse der Verbrauchs- und Gerätedaten
  • das regelmäßige Prüfen auf Firmware-Updates
  • die Installation neuer Software
  • das frühzeitige Erkennen von Fehlfunktionen


Vernetzte Heizsysteme finden sich mittlerweile in allen Einsatzbereichen und Ausführungen, sie sind für private Anwender genauso vorteilhaft wie für den gewerblichen Bereich. Von Elco zum Beispiel gibt es den Gas-Brennwertkessel „Trigon XL“ und das Blockheizkraftwerke der Reihe „Varion C-Power“. Hier spielen Leistung und Effizienz eine ebenso große Rolle wie die Bedienvorteile von vernetzten Systemen. Mit Hilfe einer Steuerung über ein Farb-Touchscreen und einer drahtlosen Internetverbindung sind sowohl eine einfache Bedienung gegeben als auch die Möglichkeit zur Fernüberwachung.

Besonders wichtig ist auch der Punkt, Emissionen zu verringern und so einen Beitrag zur Wärmewende zu leisten. Das alles ist mit vernetzten Heizsystemen kein Problem. Andreas Lücke vom BDH (Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie) sagt zu diesem Punkt, dass die Digitalisierung von Heizsystemen kein neues Phänomen ist und dass insbesondere die Bedienvorteile und die Einsparungen beim Heizen die Entwicklung vorantreiben. „Laut einer bei Prof. Bert Oschatz der TU Dresden beauftragten Studie sind allein dadurch zwischen 10 und 15 % Einsparung realistisch. Aktuell geht die digitale Vernetzung jedoch weiter. Im Moment werden alle Komponenten innerhalb eines Hauses miteinander vernetzt – es entsteht ein ‚Internet of Things in the House‘.“

Lücke sagt auch, dass der Status quo bei den vernetzten Heizsystemen nur das Zwischenstadium im Rahmen einer größeren Gesamtentwicklung ist. Die nächste Ausbaustufe hat bereits begonnen: „Hybride Heizsysteme, bei denen die Wärmepumpe, der Energiespeicher und das Photovoltaik-System über einen Energiemanager miteinander kommunizieren können, sind inzwischen marktreif. Noch Zukunftsmusik ist dagegen die externe Vernetzung im Rahmen eines Smart Grids, sodass beispielsweise flexible Stromtarife genutzt werden können. Allerdings ist diese Entwicklung meiner Überzeugung nach nur noch eine Frage der Zeit.“

Nicht zuletzt müssen aber noch viele Kunden von den vielen Vorteilen der vernetzten Heizsysteme überzeugt werden. Zu den wichtigsten Punkten gehören hier folgende:

  • das Thema Energiesparen und die Reduzierung der Treibhausgase
  • die Steuerung der Wärme- und Energieproduktion in Abhängigkeit von der Anwesenheit der Bewohner
  • keine Einbußen beim Komfort
  • schnelles Erkennen von Fehlbedienungen und falschen Einstellungen durch die SHK-Betriebe über Web-Plattformen
  • die Sicherheit, die Zuverlässigkeit und damit auch die Langlebigkeit der Heizungsanlage


Natürlich ergeben sich auch für die SHK-Handwerker viele Vorteile. Für sie steigt insgesamt die Bedeutung, denn die Hersteller von vernetzten Heizsystemen bauen die Schnittstellen zwischen Endverbraucher und Produzent durch Software-Lösungen und digitale Dienstleistungen immer stärker aus. Wichtig für die Handwerker sind dann Punkte, wie:

  • die Vermittlung von Kontakten zu Fachpartnern und Fachbetrieben
  • Online-Tools zur Konfiguration von Heizsystemen
  • Online-Service-Tools zum Monitoring der Anlagen
  • das Beurteilen des Zustands der Anlagen ihrer Kunden auch aus der Ferne
  • bessere Planung von Wartungseinsätzen
  • Änderungen an der vernetzten Heizanlage, ohne überhaupt vor Ort sein zu müssen