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Effiziente BHKW-Anlage in Hoyerswerda

Bei dem Sanierungsprojekt „Lausitzer Werkstätten“ in Hoyerswerda wurde unter anderen Maßnahmen von einer alten ineffizienten Heizkesselanlage auf ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit innovativer Leit- und Kommunikationstechnik umgestellt. Ein Beispiel dafür, wie vor allem energieintensive Einrichtungen von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen profitieren, denn durch diese Sanierung sind hohe Energie- und CO2-Einsparungen zu verzeichnen.

Die Lausitzer Werkstätten gemeinnützige GmbH in Hoyerswerda gibt es schon seit 1991. Hier finden behinderte Menschen ihren Fähigkeiten angepasste Arbeitsplätze. Angeboten werden diverse Produkte und Dienstleistungen und die entstehenden Kosten werden selbst erwirtschaftet. Unter anderem gibt es hier eine Wäscherei, eine Druckerei, eine Möbelaufarbeitung sowie eine Werkstatt für Holz- und Metallbearbeitung und eine Großküche. Weil nun die Wäscherei saniert werden musste, beschloss man, auch die im Gebäude befindliche Wärmeversorgung der Hauptwerkstatt zu erneuern. Daniel Zipf, zuständiger Projektleiter vom Ingenieurbüro für Gebäudetechnik (IGT) in Dresden, erklärt hierzu: „Der Wäscherei- und Verpflegungsbetrieb sowie Teile der Produktion waren energieintensiv und mit entsprechend hohem Energie- und Kostenaufwand verbunden. Um den Energieverbrauch künftig kostengünstig und umweltfreundlich zu gestalten, sollte ein modernes Wärmeversorgungskonzept umgesetzt werden. Dies zog u. a. nach sich, den 18 Jahre alten Heizkessel einschließlich dem Heizkreisverteiler zu ersetzen, der gemessen an den aktuellen Anforderungen eine Überdimensionierung von rund 30 % aufwies.“

Das Projekt wurde mit Hilfe der Monats- und Jahresabrechnungen für Strom und Gas vor Ort geplant. Zipf sagt: „Im Fokus unserer Planung stand die spürbare Verringerung des Energiebedarfs und der Betriebskosten bei angemessenen Investitions- und Nutzungskosten der Neuanlage. Eine besondere Herausforderung der Anlagen-Konzeptionierung bestand auch darin, das sehr begrenzte Platzangebot im Technikraum optimal zu nutzen.“ Es entstand eine projektbezogene Zusammenarbeit mehrerer Partner, wie zum Beispiel:

  • Ingenieurbüro für Gebäudetechnik (IGT) in Dresden für die Projektleitung und Planung
  • Scholze Haustechnik GmbH für die Umsetzung und Installation
  • Yados GmbH für die Entwicklung und die Lieferung der Anlagen
  • Leit- und Kommunikationstechnik zur Anlagensteuerung kamen auch von der Yados GmbH


Zur installierten Technik gehört ein wärmegeführtes, auf 5500 Vollbenutzungsstunden pro Jahr ausgelegtes BHKW mit einer thermischen Leistung von 78 kW und einer elektrischen Leistung von 50 kW. Mit Hilfe dieser Anlage werden nun der Eigenbedarf an Strom und Wärme zu großen Teilen selbst erzeugt. Dipl.-Ing. Olaf Besser, Prokurist bei Yados, sagt: „Das Modul nutzt bis zu 90 % der eingesetzten Erdgasenergie und erzeugt damit nur halb so viel CO2 wie eine herkömmliche Heizungsanlage.“ Für den Fall, dass der thermische Bedarf nicht gedeckt werden kann, steht eine Fernwärmestation mit einer Leistung von 450 kW für Wärme zur Verfügung.

Zu den weiteren technischen Details gehören elf Heizkreise, die über zwei Heizungsverteiler versorgt werden. Yados-Projektleiter Bernd Kisch sagt zur Technik: „Die Trinkwarmwasserbereitung selbst erfolgt im Durchflussprinzip (Frischwasserstation) mittels eines ‚MicroPlate‘-Plattenwärmeübertragers, dessen Technologie eine verbesserte Wärmeübertragung erlaubt. In Abhängigkeit von der Heizwassertemperatur im Pufferspeicher wird der Betrieb der Heizwasserladepumpe kontinuierlich angepasst. Die Regelung der Trinkwassererwärmung erfüllt dabei die Anforderungsstufe II der VDI 6003. Bei der vorgegebenen Mindestentnahmemenge ist die maximale Temperaturabweichung während der Zapfung sichergestellt. Darüber hinaus kann eine optimierte Zirkulation eingestellt werden.“
Die Daten werden über modulare Regelungseinheiten an das integrierte Leit- und Kommunikationssystem „YADO|LINK“ übertragen. Daraus wird dann eine Echtzeit-Abbildung erstellt, die alle energetischen Ist- und Soll-Zustände darstellt. Abweichungen oder Störungen werden damit schnell erkannt und genauso schnell behoben.

Mit diesem Kommunikationssystem werden:

  • Energieflüsse, Betriebsstunden und Verbräuche vollständig erfasst
  • Anlagen- und Prozessdaten überwacht
  • Informationen transparent und nachvollziehbar aufbereitet
  • wesentliche Daten und Informationen zu Temperaturen, Drücken, Betriebs- und Störmeldungen visualisiert
  • direkte Zugriffe auf die Anlage gewährleistet

Olaf Besser sagt: „Dazu unterstützt ‚YADO|LINK‘ die Betriebsführung über eine einfache Bedienung, logische Menüführung und intuitive Oberflächen. Anforderungsabhängig stehen unterschiedliche Softwarefunktionen mit jeweils spezifischen Visualisierungsoptionen zur Verfügung.“ Yados-Geschäftsführer Karl Gentner ergänzt: „Vereinfacht gesagt übersetzen wir komplexe Prozesse in eine leicht erfassbare, grafische Form. Damit erhalten Anlagenbetreiber, Techniker oder Endverbraucher die Möglichkeit, die für sie wichtigen Betriebsprozesse über einen Laptop oder eine Smartphone-App zu überwachen und zu steuern. Im Falle eines Falles schickt das System zusätzlich noch eine Alarmmeldung an das jeweilige Endgerät.“

Die Anlage ging bereits im März dieses Jahres in Betrieb. Die Amortisationszeit soll bei drei bis viereinhalb Jahren liegen, je nach witterungs- und nutzungsbedingten Schwankungen. Yados-Prokurist Olaf Besser zeigt sich zufrieden und sagt abschließend: „Die ‚Return on Investment‘-Kalkulation basiert auf den vorliegenden Verbrauchsdaten, den Förderungen und Abgaben laut Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz 2014 sowie den Formeln der VDI-Richtlinie 2067 zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit von gebäudetechnischen Anlagen. Für die Lausitzer Werkstätten zahlt sich die Investition gefühlt durch den effizienten Anlagenbetrieb allerdings schon jetzt aus. Denn dank der neuen Anlage verringern sich die Jahresverbrauchskosten direkt um 25 %.“