Zum Inhalt springen

PV-Recycling

Energieeinsparung, Einspeisevergütung, Sonnenstrom – aber was passiert mit den vielen PV-Modulen, wenn sie nicht mehr nutzbar sind? In den letzten 20 Jahren sind in Deutschland Photovoltaik-Module im Gigawatt-Maßstab verbaut worden. Wie werden diese ab 2020 eigentlich entsorgt? Bisher sieht es so aus, dass nur sehr wenige Stoffe aus den Modulen wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt und weiter genutzt werden.

Eine Recycling-Anlage für Photovoltaikmodule gibt es vom Unternehmen Suez am Standort Knittlingen. Hier ist es möglich, mehr als 90% aller enthaltenen Materialien zurückzugewinnen. Diese Anlage betreibt das Unternehmen seit September 2018. Diese Anlage ist speziell auf das Recycling von siliziumbasierten Solarmodulen ausgerichtet. Suez sagt selbst, dass die Anlage bisher weltweit die einzige ihrer Art ist.

Leider ist es so, dass von den in siliziumbasierten Solarmodulen enthaltenen Stoffen Silizium, Glas, Aluminium, Kupfer, Edelmetall und Kunststoff nur das Glas, das Aluminium und das Kupfer der Kabel verwertet werden. Das ist nicht zufriedenstellend und wenn man bedenkt, dass PV-Module nach 25 bis spätestens 30 Jahren das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben, dann gibt es ab dem Jahr 2020 große Entsorgungsprobleme. Suez-Deutschland Geschäftsführer Herman Snellink sagt hierzu: „Die Zahl der zu verwertenden Altmodule werden unseren Schätzungen zufolge alleine in Deutschland bis 2026 auf 50000 Tonnen pro Jahr steigen und sich bis 2040 noch einmal auf 200.000 Tonnen vervierfachen.“ Das ist eine Menge Material, das bestenfalls in den Stoffkreislauf zurückgelangen sollte, wenn man den erreichten Umweltschutzfaktor nicht wieder zunichtemachen will.

Wegen der hohen Zahlen der in Zukunft zu verwertenden Materialien gibt es seit 2016 das europäische Projekt ELSi. Entstanden ist das Projekt im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ der Europäischen Union. Von der EU wird es auch gefördert. Die Leitung des überaus wichtigen Projektes haben Suez, Geltz Umwelt-Technologie und das Fraunhofer Institut für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik. Das Ziel des Ganzen ist natürlich die Rückgewinnung und Wiederverwertung aller in siliziumbasierten PV-Modulen enthaltenen Materialien. Die Forscher streben grundsätzlich ein vollständiges Recyclingsystem der Module an. Dazu gehören viele wichtige Punkte, wie beispielsweise die notwendige Logistikkette für die Sammlung der aussortierten PV-Module, die spezielle Trennung in die einzelnen Materialbestandteile an sich und schließlich auch die Verwertung der durch die Trennung gewonnenen Sekundärrohstoffe.