Zum Inhalt springen

Stromspeicher als Komponente?

Ein Streitpunkt im Bereich der Photovoltaikanlagen ist die Frage danach, was zu den Komponenten - steuerrechtlich gesehen - gehört. Schafft sich der Anlagenbetreiber erst später einen Stromspeicher an, dann besteht ein Funktionszusammenhang, aber kann das auch zu einer umsatzsteuerlich getrennten Bewertung führen? Dazu gibt es jetzt einen aktuellen Gerichtsbeschluss.

So heißt es im Az.: V B 105/17 beim Bundesfinanzhof: „Eine Photovoltaik-Anlage besteht im Wesentlichen aus Solarzellen, die in sogenannten Solarmodulen zusammengefasst werden, einem Wechselrichter, der den Gleichstrom umwandelt und einem Einspeisezähler. Ein Stromspeicher dient nicht der Produktion von Solarstrom und gehört daher nicht zu den (wesentlichen) Komponenten einer Photovoltaik-Anlage.“ (Quelle: Bundesfinanzhof)

Hier wird also die Tatsache, dass der Speicher keine wesentliche Komponente einer Photovoltaik-Anlage ist, damit begründet, dass er nicht zum eigentlichen Aufbau gehört und keine Funktion innerhalb der Stromerzeugung hat. Im Vorfeld hatte der Kläger für eine Solaranlage Vorsteuer geltend gemacht und schaffte sich später einen Stromspeicher an, für den er das gleiche beanspruchte. Das wurde ihm aber vom Finanzamt und vom Finanzgericht verweigert. Daraufhin verwarf der Bundesgerichtshof die Revision. Hier wurde festgestellt, aus welchen Komponenten eine PV-Anlage im Wesentlichen besteht und dass der Stromspeicher nicht dazu gehört.  

Damit wiederum ergibt sich bezüglich der eingangs gestellten Rechtsfrage, ob eine spätere Anschaffung von Komponenten einer Photovoltaik-Anlage zu einer umsatzsteuerrechtlich getrennten Bewertung führen könne, dass diese keine Bedeutung hat und nicht entschieden werden muss.