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Wärmepumpen nutzen aus Überzeugung

Ein Verfechter der zukunftsträchtigen Wärmepumpen ist SHK-Fachmann Meinolf Drees. Bei der Sanierung seines 120 Jahre alten Gebäudes kam für ihn nur in Frage, eine Wärmepumpe zu nutzen. Das Gebäude hat zwei Wohnungen mit insgesamt sieben Bewohnern und zusätzliche Büroräume. Außerdem wird ein Verteilsystem aus Heizkörpern genutzt. Drees äußert sich zum Thema Wärmepumpe: „Ich bin einfach überzeugt davon, dass die Wärmepumpe das effizienteste Heizsystem ist – ohne Wenn und Aber. Deswegen war klar, dass ich über kurz oder lang auch auf Wärmepumpentechnik in meinen eigenen vier Wänden setzen würde. Schließlich kann ich schlecht meinen Kunden eine Technik empfehlen, die ich selbst nicht einsetze.“ Außerdem fügt er im Hinblick auf seine Kunden hinzu: „Guten Gewissens kann man doch heute niemandem mehr raten, sich für die nächsten 15 oder mehr Jahre auf fossile Brennstoffe festzulegen.“

Und genau diese Überzeugung macht er jetzt an seinem eigenen Zuhause vor. Er ersetzte den Gaskessel durch eine Erdreich-Wärmepumpe, die für Heizung und Warmwasserbereitung zuständig ist und von einer Solarthermieanlage unterstützt wird. Für die Sanierung, die Ermittlung des Wärmebedarfs und damit verbunden für die Auslegung der Wärmepumpe musste er viele kleine und große Faktoren beachten, wie beispielsweise:

  • die Wohnfläche mit rund 500m²
  • das Alter des Gebäudes (ein Teil ist von 1900, ein anderer aus den 60er Jahren)
  • die Bewohner – sieben sind es derzeit
  • den Bürotrakt seines Unternehmens
  • die Wärmeversorgung ausschließlich über Heizkörper


Meinolf Drees sagt: „Bei 440 m² beheizter Fläche und einer maximalen Vorlauftemperatur von 50 °C beträgt der Wärmebedarf rund 13 kW.“ Also entscheid er sich für eine „WPF 16“ des deutschen Herstellers Stiebel-Eltron. Drei Bohrungen ins Erdreich von jeweils 99 Meter Tiefe waren dafür notwendig. Marcus Schüttler von Stiebel-Eltron sagt: „Dafür wurde das Bohrgerät von einem Autokran in den Garten gehoben, denn eine Zufahrt war leider nicht gegeben – obwohl das Bohrgerät nur gerade mal 1,20 Meter breit ist.“ Zur Wärmepumpe im Keller und zu den zwei 600-Liter-Speichern sagt er weiter: „Dieses Wasservolumen von insgesamt 1200 Liter dient als Speicher für die unterschiedlichsten Energieeinträge, für die Solarthermieanlage genauso wie für überschüssigen PV-Strom, der von der Wärmepumpe genutzt werden kann, um die Speicher zu füllen.“ Das warme Wasser wird dabei im Durchflussprinzip in den beiden parallel geschalteten Speichern erzeugt.

Nachdem die neue Heizungsanlage nun schon eine Weile arbeitet, zieht Drees Bilanz: „Die maximale Vorlauftemperatur betrug gerade einmal 43 °C – und das, obwohl wir zeitweise sehr tiefe Außentemperaturen bis weit hinein in den zweistelligen Minusbereich hatten. So kamen wir auf eine hervorragende Arbeitszahl der Wärmepumpe von rund 4,5 im Winter.“ Drees ist also zufrieden mit der neuen Sanierung. Sein Haus hat auch schon viele unterschiedliche Heizarten „miterlebt“. Vor 20 Jahren gab es eine Ölheizung - mit 90 °C Vorlauf- und 70 °C Rücklauftemperatur, vor 15 Jahren wurde auf Gas umgestiegen und jetzt ist der Hauseigentümer auf Erneuerbare Energien umgestiegen. Er sagt: „Mit der Wärmepumpe bin ich auf jeden Fall absolut zukunftssicher aufgestellt.“