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Solarstromspeicher immer noch teuer

Laut der RWTH Aachen ist das Speichermonitoring immer noch nicht rentabel, die Kosten aber sinken weiter. Schon jede zweite PV-Anlage wird derzeit mit einem Solarstromspeicher kombiniert. Die genauen Zahlen stammen aus dem letzten jährlichen Speichermonitoringbericht der RWTH Aachen aus dem Juli dieses Jahres.

So ist es Tatsache, dass die Kosten für Batteriespeicher immer deutlich zu hoch waren. Es war nicht möglich, die kostendeckend betreiben zu können. Im Zeitraum von Ende 2013 bis Ende 2017 ist es jedoch gelungen, eben diese Kosten zu halbieren. Die Kosten sanken dabei allein 2017 um 15 Prozent. Trotzdem ist es nach wie vor Tatsache, dass sich die Solarspeicher für den Hausgebrauch einfach nicht rechnen. Damit eine Anschaffung rentabel wird, müssen die erwähnten Kosten noch weiter sinken.

Die Zahlen im Einzelnen: 2017 kostete ein Speichersystem mit Installation erst rund 1.550 Euro und ist dann auf rund 1.300 Euro gesunken. Die berechnete  Wirtschaftlichkeitsgrenze liegt bei rund 800 Euro, vorausgesetzt, die Lebensdauer der Speicher beträgt 20 Jahre. Franz Pöter vom Solar Cluster rät daher: „Verbraucher sollten daher bei den Speicherherstellern genau nachfragen, wenn es um die Wirtschaftlichkeit der Powerpakete geht, und sich auch über die Garantie erkundigen.“

Trotzdem sind Speichermöglichkeiten auf dem Vormarsch. Ende 2017 waren bereits  85.000 Speicher installiert, was in etwa doppelt so viel ist wie noch 2016. Für viele dieser Speicher gab es finanzielle Zuschüsse von der Förderbank KfW. Jan Figgener von der RWTH fasst die Zahlen zusammen: „Etwa jede zweite neue Photovoltaikanlage wird inzwischen zusammen mit einem Speicher installiert. Für den Gesamtmarkt erwarten wir auch 2018 ein Wachstum. Die Anteile an KfW-geförderten Speichersystemen sind dabei jedoch rückläufig. Dies spricht für ein erfolgreiches Marktanreizprogramm, mit dessen Ende der Markt nun auf eigenen Beinen steht.“

Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass der Trend in Sachen Stromspeicher weiter nach oben geht. Dafür sprechen zum einen die Tatsache der weiter sinkenden Kosten und zum anderen der Fakt, dass nach 2021 die ersten Photovoltaikanlagen aus der EEG-Vergütung fallen. Hier fällt dann die hohe Einspeisevergütung weg und es bieten sich Speichermöglichkeiten an, um den Eigenverbrauch zu erhöhen.

Ein entscheidender Faktor für solche Speichersysteme ist aber die Anzahl der Ladezyklen während der Lebensdauer. Pöter vom Solar Cluster rechnet dazu vor: „Für gut ausgelegte Systeme im Haus kann der Speicher 200 bis 250 Mal im Jahr vollständig geladen und entladen werden. Multipliziert man diesen Wert mit der Lebensdauer in Jahren und dem Energieinhalt in kWh, so ergibt sich der zusätzlich selbst genutzte Solarstrom.“ Berechnet man nun den Solarstrom, der ohne Speicher ins Netz eingespeist und derzeit mit 12 Cent pro kWh vergütet worden wäre, dann ergibt sich bei einem Preis von 25 Cent pro kWh (netto) für den Netzstrom ein „Verdienst“ durch den Speicher von 13 Cent je kWh (netto). Das wiederum bedeutet bei einer Lebensdauer von 10 Jahren und 250 Zyklen im Jahr eine Stromkostenersparnis von ca. 325 Euro. Hiervon werden die Speicherverluste von 10 – 25 % wieder abgezogen und eine Strompreissteigerung von 2 % pro Jahr mit einberechnet. Am Ende bedeutet das eine Stromersparnis von rund 400 Euro. Geht man davon aus, dass der Speicher 20 Jahre hält, dann erhöht sich die Wirtschaftlichkeitsgrenze auf rund 800 Euro pro Kilowattstunde Energieinhalt. Es besteht somit eine Abhängigkeit zur Lebensdauer und nur Speicher mit Kosten unterhalb der genannten Grenzen sind derzeit wirtschaftlich.