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Abschottung von Versorgungsleitungen

So genannte Mischinstallationen liegen vor, wenn beispielsweise im Keller Trinkwasserleitungen und Heizungsrohre aus Metall installiert werden und in den oberen Stockwerken Kunststoff verwendet wird. Es handelt sich hierbei um ein häufig angewendetes Prinzip, was viele Vorteile hat. Allerdings müssen für Mischinstallationen auch bestimmte Aspekte beachtet werden. Werden derartige Installationen nämlich durch feuerwiderstandfähige Wände und Decken geführt, gelten für die Abschottung spezielle Anforderungen.

Bisher wurde für diese Abschottung eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) gefordert. Daraus wurde jetzt die allgemeine Bauartgenehmigung (aBG). Das haben die Novellierung des Bauordnungsrechts durch eine Neufassung der Landesbauordnungen und die Einführung der Verwaltungsvorschrift technische Baubestimmungen (VV TB) mit sich gebracht.

Es ist ebenso notwendig, diese Bauarten, egal ob in der Entsorgung oder Versorgung am Bauwerk mit einem entsprechenden Brandschutzschild zu kennzeichnen. Der Ort im Bauwerk, an dem die Übergänge von nichtbrennbaren Strangrohrleitungen auf brennbare Rohrwerkstoffe in der Etage erfolgen, ist unwichtig. Wichtig ist aber, dass die Verwendbarkeit nur mit einer Bauart Genehmigung (aBG) nachgewiesen werden.

Es dürfen auch keine Einzelkomponenten im Verwendbarkeitsnachweis vergessen werden. Zu den wichtigen Punkten, die in den Verwendbarkeitsnachweisen von Abschottungen festgelegt sind, gehören:

  • Maßnahmen an den Leitungen
  • Öffnungsverschluss der Decke bzw. Wand – ist ebenfalls Teil der Brandschutzprüfung
  • Prüfung der Rohrmanschetten, Rohrbandagen und ähnlichen Brandschutzprodukte
  • Beachtung der Vorgaben bezüglich des Restspalts zwischen dem Rohr inklusive Brandschutzprodukt und der Bauteillaibung


Im speziellen Fall von Mehrfachdurchführungen in feuerwiderstandsfähigen Decken und Wänden gibt es vorgeschriebene Mindestabstände zwischen den abgeschotteten Leitungen. Dadurch kann es zu erheblichen Schachtgrößen kommen. Hier gibt es aber auch Abhilfe.  Viega beispielsweise hat deshalb für die eigenen Rohrleitungssysteme und in Verbindung mit gängigen Fremdsystemen den Nullabstand prüfen lassen, dessen Verwendbarkeit mit dem abP P-2400/003/15-MPA BS bzw. der aBG Z-19.53-2258 auch für das Brandschutzsystem „Viega Mischinstallation Versorgung“ nachgewiesen ist. Eine weitere Diskussion um Mindestabstände entfällt mit diesen Produkten.

Dass es bei der Verwendung von Mischinstallationen eine erhöhte Sorgfalt erfordert, wurde vom DIBt in seinem Newsletter 1/2018 auch begründet: „Oft können die Produkte auf unterschiedliche Art und Weise zusammen eingebaut werden, so dass die Leistung des errichteten Bauteils – trotz gleicher verwendeter Produkte – je nach Bauart (Art des Einbaus) anders ausfallen kann. […] Zur Sicherstellung des Brandschutzes muss dafür gesorgt werden, dass die in der Praxis verbauten Produkte gegenüber den in den Brandprüfungen verwendeten unverändert sind.“ Verwendet man als Brandschutzprodukt zur Abschottung von Versorgungsleitungen in Mischinstallationen so genannte Mineralfaserschalen, dann reduziert man in jedem Fall Fehlerquellen bei der Montage auf ein Minimum.