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Luftdurchlässe

In abgehängten Decken lassen sich lufttechnische Komponenten wunderbar einbauen. Das hat sich in der Praxis bewährt. Der große Vorteil dabei ist, dass es keine Einschränkungen bei der Einrichtung und Nutzung des Raumes gibt. Auch optisch ist nichts sichtbar, außer den Fronten der Luftdurchlässe.

Diese Luftdurchlässe erzeugen in Kombination mit einem VVS-System eine variable Mischlüftung. Bei dieser Mischlüftung kann von einer gleichmäßigen Temperaturverteilung und Luftqualität ausgegangen werden. Durch das erwähnte VVS-System sind die Deckenluftdurchlässe lediglich mit dem für die Raumluftqualität bzw. thermische Behaglichkeit erforderlichen Mindestvolumenstrom zu versorgen. Das bedeutet, dass die Zuluft mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 8 m/s in den Raum strömt. Das wiederum bedeutet eine Verdünnung der Schadstoffkonzentration in der Raumluft, weil die Zuluft mit der Raumluft vermischt wird.

Tangentiale Luftführungssysteme
Die Raumströmung ist abhängig von der Bauart des Luftdurchlasses, wobei in tangentiale und diffuse Luftführungssysteme unterschieden wird. Bei tangentialen Luftführungssysteme entstehen Luftstrahlen, die sich mit einem starken Impuls an die Raumumschließungsflächen anlegen. Der starke Impuls wirkt in diesem Fall der natürlichen Auftriebsströmung warmer Zuluft entgegen. Für den Heizfall ist dieser Effekt positiv, weil die Luft in alle Zonen des Raumes gelangt. Für den Kühlfall muss hier darauf geachtet werden, dass Zugerscheinungen vermieden werden. Kommt nämlich kalte Zuluft mit starken Impulsen in den Raum, dann kühlt sich die Raumluft im Grenzbereich des Zuluftstrahls stark ab und die Strömung in den Aufenthaltsbereich wird beschleunigt. Das ist eine strömungstechnische Eigenschaft tangentialer Luftsysteme. Um hier negative Zugluft zu vermeiden, soll die maximale Temperaturdifferenz nicht mehr als -8 bis -10 K betragen.

Für diese tangentialen Luftführungssysteme ist ein Einbau in eine abgehängte Decke immer von Vorteil, weil sich nur so die Zuluft an die Raumumschließungsflächen anlegen kann. Beliebt ist hierfür die Nutzung von Schlitzdurchlässen, zumal sie optisch unauffällig sind. Schlitzdurchlässe haben die Eigenschaft, dass sie eine manuelle Verstellung der Luftdurchlässe ermöglichen, sodass die Zuluft horizontal, schräg oder vertikal in den Raum strömen kann. Die Luftlenkbleche werden über den gesamten Schlitzdurchlass verstellt und die verstellbaren Luftwalzen individuell festgelegt.

Diffuse Luftführungssysteme
Die so genannten Drall- bzw. Radialdurchlässe bieten sich immer dann an, wenn ein schneller Luftaustausch benötigt wird oder hohe thermische Lasten abgeführt werden müssen. Diese Art von Luftdurchlässen erzeugt eine instationäre, dreidimensionale und diffuse Luftströmung in der Aufenthaltszone. Durch die vielen Freistrahlen wird die Temperarturdifferenz schnell abgebaut und ein bis zu 35-facher Luftwechsel oder eine thermische Lastabfuhr von bis zu 100 W/m² erfolgt problemfrei, ohne unbehaglich zu werden.

Kombiniert man das mit einem VVS-System, so kann der maximale Volumenstrom auf 25 bis 40 % reduziert werden, ohne dass es zu Einbußen bei der thermischen Behaglichkeit kommt. Auch im Design sind diese Luftdurchlässe flexibel, sie können deckenbündig oder auch frei hängend montiert werden. Die dabei erhältlichen Drall-, Schlitz- und Lamellenluftdurchlässe können für nahezu jeden Fall verwendet werden, vorausgesetzt es ist für ein Mischlüftungssystem im Bauvorhaben gesorgt worden.