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Neue Ventilatoren für Frankfurter Rechenzentrum

Dass Rechner eine Kühlung brauchen, weiß jeder. Wie sieht es da erst in einem riesigen Rechenzentrum aus? In Frankfurt hat man in einem solchen Rechenzentrum nun die ungeregelten Axialventilatoren gegen elektronisch kommutierte Ventilatoren ausgetauscht. Eine Mammutaufgabe mit vielen Vorteilen und einer schnellen Amortisation.

Für Rechenanlagen ist eine ausreichende Kühlung unabdingbar. Sie arbeiten rund um die Uhr und produzieren dabei entsprechend viel Wärme. Für die richtige Kühlung sind hier Ventilatoren für raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) unbedingt notwendig. Die Ventilatoren in dem besagten Frankfurter Rechenzentrum stießen an ihre Grenzen, sie konnten dem wachsenden Kühlungsbedarf nicht mehr gerecht werden. Somit entschied man sich zur Modernisierung und beauftragte den Hersteller von Luft-, Regel- und Antriebstechnik Ziehl-Abegg SE damit, entsprechende Technik zu planen, zu liefern und einzubauen.

Insgesamt mussten hier im Zuge der Modernisierung der Kühlanlage 64 ungeregelte Axialventilatoren mit Wechselstromtechnologie durch neue und effizientere elektronisch kommutierte Ventilatoren (EC-Ventilatoren) ausgetauscht werden. Die neuen Ventilatoren brauchen nun 128000 Kilowattstunden (kWh) weniger Strom, was eine Kosteneinsparung von mehr als 19000 Euro bedeutet. Das heißt auch, dass sie die gesamte Investition von circa 56000 Euro bereits nach drei Jahren für den Betreiber des Rechenzentrums rechnet. Aber die neuen Ventilatoren können noch mehr, denn sie sparen jährlich knapp 72 t CO<sub>2</sub> ein und laufen entschieden leiser als ihre Vorgänger.

Zu den weiteren wichtigen Punkten und Eckdaten der neuen Ventilatoren gehören folgende Fakten:

  • sie leisten jeweils einen stündlichen Luftvolumenstrom von 16 000 m³
  • sie ermöglichen eine bedarfsgerechte Volumenstromregelung
  • sie haben passgenaue Baukomponenten und sorgten damit für eine geringe Beeinträchtigung des laufenden Betriebs

Günther Mertz, Geschäftsführer des Fachverbands Gebäude-Klima (FGK), sagt zur neuen Technik: „Dieses Beispiel zeigt das enorme Energieeffizienzpotenzial, das in der Modernisierung von RLT-Anlagen für die Hightech-Branche schlummert. Besonders energieintensive und stark kühlungsintensive Einrichtungen, wie eben Rechenzentren, können hier angesichts der immer stärker steigenden Energiepreise Vorteile erzielen.“

Mertz hat übrigens auch gemeinsam mit mehreren Mitgliedsunternehmen die Kampagne „Ventilatortausch macht’s effizient“ ins Leben gerufen. Mit dieser Kampagne soll allen Betreibern von RLT-Anlagen in Nichtwohngebäuden verdeutlicht werden, dass eine Modernisierung nur Vorteile hat, wie hohe Einsparpotenziale, kurze Amortisationszeiten und attraktive öffentliche Förderprogramme. Die Energieeffizienz der Bestandgebäude in Europa muss verbessert werden, daher ist in vielen Fällen eine energetische Sanierung notwendig. Dieser Bereich nimmt eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz ein. Dass die Gebäudetechnik dabei eine entscheidende Rolle hat, zeigt die Tatsache, dass in Deutschland über 40% des Endenergiebedarfs auf den Gebäudebereich entfallen, besonders in Nichtwohngebäuden.
Hier wird der größte Teil der Energie für RLT-Anlagen davon ein Großteil für den Lufttransport, sprich für die Ventilatoren aufgewendet. Zu diesem Zweck gab es auch die Studie des Instituts für Luft- und Kältetechnik Dresden (ILK Dresden) „Chancen der Energetischen Inspektion für Gesetzgeber, Anlagenbetreiber und die Branche.“ Eine Umfrage im Zusammenhang mit dieser Studie hat ergeben, dass RLT-Anlagen modernisiert werden müssen, denn das errechnete mittlere Alter der Anlagen liegt bei über 25 Jahren. Dadurch liegen die errechneten Systemwirkungsgrade der Ventilatoren bei deutlich unter 40 %, was einen dringenden Handlungsbedarf bedeutet.