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CO2-neutrales ICE-Werk

Ein klimaneutrales ICE-Instandhaltungswerk entsteht derzeit in Köln und es handelt sich um das erste seiner Art. Das Konzept nutzt das konstant 12,5°C warme Grundwasser zur Beheizung und Kühlung aller Werksteile. Das hört sich zunächst einfach an, ist es aber dann doch nicht.

Zent-Frenger Energy Solutions entwickelte hierfür eigens eine Systemlösung mit folgenden Optionen:

  • eine 4,9 MW Großwärmepumpen-Verbund¬anlage
  • eine integrierte Hydraulik
  • eine zugehörigen MSR-Technik
  • zehn Brunnen als Wärmequelle und –senke für insgesamt vier „Geozent Profi“-Ener¬gie-zentralen


Die Werkshalle hat Abmessungen von 445 Metern Länge und 50 Metern Breite. Die Temperierung erfolgt über eine Betonkernaktivierung und mittels thermoaktiver Bauteilsysteme von Uponor. Das Trinkwasser wird über eine 180 m² große Solarthermieanlage mit einer Leistung bis zu 100 kW auf dem Hallendach erwärmt. Unterstützung bei der Trinkwassererwärmung wäre durch drei der Energiezentralen möglich. Eine vierte Energiezentrale wird genutzt, um das Wasser für die ICE-Enteisungs- und Waschanlage zu erwärmen. Schlussendlich gibt es noch eine 2100 m² große Photovoltaikanlage, die eine Leistung von 300 kW hat und den Strom für die Wärmepumpen bereitstellt.

Eine nicht ganz einfache Systemlösung
Dass die Herausforderung, ein gänzlich klimaneutrales ICE-Instandhaltungswerk zu bauen, eine ganz besondere war, lassen die nachfolgenden Fakten vermuten. Für das richtige Konzept einer Nutzung von Geothermie ist es nämlich notwendig, das Quellenmanagement und auch die Leistungsregulierung aufeinander abzustimmen und zusätzlich die Wärmequellen und -senken gemäß ihres nutzbaren Potenzials auszuwählen und zu betreiben. Als zusätzliche Schwierigkeit kam hier dazu, dass die Heiz- und Kühlleistungen ohne Einschränkungen laufen müssen und der Wartungsaufwand überschaubar bleibt.

Dieser komplexen Aufgabe stellte sich Zent-Frenger und übernahm die komplizierte Planung und die Auslegung einer entsprechenden Systemlösung. In der entwickelten Lösung enthalten sind vier Energiezentralen mit allen fünf Förder- und Schluckbrunnen. Das Ergebnis dessen ist eine Ausgeglichenheit der hydraulischen Verhältnisse in der Gesamtanlage. Außerdem wird auf diese Weise vermieden, dass einzelne Wärmepumpen unter- oder überversorgt werden. Die konzipierte MSR-Technik ist zuständig für das energieeffiziente Management der Gesamtanlage, darunter die Funktionen der Energiezentralen und das Auswählen der wirtschaftlichsten Betriebsart. Alle anderen Parameter und Betriebszustände, wozu beispielsweise die Pegelstände der Brunnen, die Differenzdrücke an den Pumpen und die Temperaturen an den Pufferspeichern gehören, werden auch überwacht. Bei Bedarf wird in die Betriebsabläufe mit einer Optimierung eingegriffen.

Weiterführende Informationen gibt es bei der Uponor GmbH, Industriestr. 56, 97437 Haßfurt, Tel.: 09521 690-0, Fax: -105, info.de[at]uponor.com, www.uponor.de