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Wissenswert: Tichelmann-Prinzip

Was versteht man eigentlich unter der Begrifflichkeit „Rohrverlegung nach Tichelmann?“ Wem der Begriff schon einmal über den Weg gelaufen ist, der wird sich diese Frage sicherlich gestellt haben.

So kompliziert ist es auch gar nicht, das Tichelmann-Prinzip ist eine Möglichkeit des hydraulischen Abgleichs. Genauer gesagt werden nach diesem Prinzip Kessel, Solarkollektoren, Lufterhitzer oder auch Deckenstrahlplatten hydraulisch abgeglichen, ohne spezielle Ventile zu benötigen. Benannt wurde das System übrigens nach Albert Tichelmann, einem Ingenieur auf dem Gebiet der Warmwasserheizung.

Dabei funktioniert das Prinzip so, dass der längste Vorlauf den kürzesten Rücklauf bekommt und umgekehrt. An jeder Stelle des verlegten Strangs stellen sich gleiche Druckverluste ein, weil die Summe zwischen Vor- und Rücklauf immer in etwa gleich ist.

Möglich ist es auch, Heizkörper nach dem Tichelmann-Prinzip abzugleichen. Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Heizkörper die gleiche Heizlast und damit die gleichen benötigten Massenströme aufweisen müssen. Ist das nicht der Fall, muss ein zusätzlicher hydraulischer Abgleich stattfinden, und zwar über voreinstellbare Ventile oder Rücklaufverschraubungen.

Natürlich bringt die Vorverlegung nach Tichelmann Vorteile mit sich, wozu folgende Punkte gehören:

  • der Verzicht auf spezielle Regelkomponenten
  • kein Bedarf an Pumpenleistung durch unnötige Widerstände
  • Einsatz bei ausgedehnten Anlagen wie Solarkollektorfeldern, bei Deckenstrahlplatten oder auch bei Mehrkesselanlagen
  • Einsatz in Ein- oder Zweifamilienhäusern für spezielle Wand- oder Fußbodenheizungsmodule unter Putz