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Vernetzte Elektrowerkzeuge

Die Digitalisierung ist längst im Handwerk angekommen. Das betrifft sowohl die gesamte Haustechnikbranche als auch das SHK-Handwerk. Leicht zu erkennen ist das am Vorhandensein von

vernetzten Werkzeugen, Geräten und Maschinen. Auch die Justierung und die Wartung von Werkzeugen und Geräten erfolgt zunehmend digital.

Allerdings gibt es Unterschiede in den einzelnen Betrieben selbst. Der Grad der Digitalisierung ist nicht überall gleich. Beispiele für den Fortschritt sind unter anderem:

  • Eine eigene Homepage
  • Die Erreichbarkeit per WhatsApp
  • Die Mitarbeiterplanung mittel Verwaltungstools
  • Eigene Datenserver
  • Prozessoptimierung mittels Data Science
  • Die Visualisierung mit Virtual bzw. Augmented Reality


Aber der Spielraum, der bei vielen Betrieben noch vorhanden ist, ist groß. Darüber hinaus wachsen die Möglichkeiten ständig und die Modernisierung lässt sich kaum aufhalten. Denkbar sind zum Beispiel vernetzte Elektrowerkzeuge. In diesem Bereich hat Bosch die Nase vorn, denn es gibt bereits eine breite Palette davon. Henk Becker, Geschäftsführer der Robert Bosch Power Tools, sagt dazu: „Unser Anspruch ist es, den Profis Geräte an die Hand zu geben, mit denen sie einfach arbeiten und ihre Produktivität im Arbeitsalltag steigern können. Wir haben alleine in 2017 elf vernetzte Produkte in den Markt gebracht.“ Bosch bietet hier vom Winkelschleifer über Bohr- und Schlagbohrschrauber bis hin zu Kombi-Laser und Baustellenlicht ein breites Spektrum an. Die Funktionen der Geräte sind möglich, indem:

  • die Geräte mit dem Bluetooth-Modul eingerichtet wurden
  • die Schnittstelle zwischen Handwerker und vernetztem Gerät das Smartphone ist

Die Vorteile dieser Technik liegen auf der Hand. Hierzu sind unter anderem folgende zu nennen:

  • Informationen zur Diagnose und Problemlösung
  • Möglichkeit zur Individualisierung
  • Steuerung der Geräte via App
  • Schnelligkeit, Flexibilität und Professionalität

Becker sagt dazu: „Es ist unser Ziel, langfristig alle Profi-Elektrowerkzeuge zu vernetzen.“

Das Unternehmen Milwaukee sieht in der Gerätevernetzung auch nur Vorteile und vor allem ein „strategisches, in die Zukunft weisendes Projekt mit dem Ziel, die Arbeit für den Anwender schneller, einfacher und effektiver zu machen“. Auch hier ist die Palette an vernetztem Werkzeug bereits groß. Zusätzlich lassen sich die Milwaukee-Werkzeuge im Radius von 30 Metern orten, und zwar mittels fest integrierter Bluetooth-Module und cloudbasierter App.

Der Punkt der Übersicht des Werkzeugmanagements ist zum Beispiel bei Hilti wichtig. Das Unternehmen bietet ein System an, bei dem Werkzeuge erfasst und vernetzt werden können. Das Ganze funktioniert auch herstellerübergreifend. Die Werkzeuge werden dazu mit Funktionschips ausgestattet und digital erfasst. Das bringt unter anderem folgende Vorteile mit sich:

  • Ablesen der Standorte der Werkzeuge
  • Erfassen von Prüf- und Wartungsterminen von Werkzeugen und Geräten
  • Abgleich der Funktionen untereinander

Nicht zuletzt ist die Vernetzung von Messgeräten auch wichtig, wenn man an verpflichtende Dokumentation denkt oder an sich ständig ändernde Vorschriften und Normen. Da liegt es auf der Hand, dass die meisten Messgerätehersteller zumindest eine Bluetooth-Schnittstelle in die Geräte integrieren. Bedenkt man diese ganzen Fakten und denkt man an so wichtige Punkte wie Abgaswerte, Feuchtigkeit, Temperaturen oder Druckunterschiede – dann ist es leicht vorstellbar, dass das Smartphone damit zum wichtigen Werkzeug des SHK-Profis wird.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima bietet außerdem mit dem so genannten „ZVTOOL“ eine digitale Geräteverwaltung an. Dabei erhält jedes Werkzeug einen NFC-Tag. Der Begriff NFC steht für Near Field Communication. Die Informationen auf dem Chip können mittels Smartphone ausgelesen werden. Die ermittelten Daten, wozu beispielsweise die Aus- und Rückgabe von Werkzeugen oder auch personenbezogene Daten gehören, werden dann an die Kommandozentrale „ZVTOOL Web“ übermittelt.

Trotzdem haben manche Hersteller Bedenken, was den Bereich der Vernetzung angeht. Sie bringen vor allem die Geschwindigkeit der neuen Entwicklungen als Grund für ihr Zögern an. Was außerdem zu bedenken ist, ist die Tatsache, dass die Vernetzung neben den aufgezählten Vorteilen ja auch Kosten mit sich bringt. Außerdem wollen die Hersteller auch sinnvoll investieren und nicht beim nächsten Geräte-Update oder einer neuen Innovation wieder vor Kosten stehen.