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Bauabzugssteuer

Für alle Unternehmer: Das Aufstellen einer (Aufdach-)Photovoltaik­anlage gilt als Bauleistung. Was bedeutet das? Als Unternehmer ist man als Leistungsempfänger von Bauleistungen im Inland grundsätzlich verpflichtet, von der Gegenleistung einen Steuerabzug von 15% für Rechnung des Leistenden vorzunehmen.

Eine Ausnahme besteht für den Fall, dass der Leistende eine gültige Freistellungsbescheinigung besitzt und vorlegt.

Festzustellen ist jetzt, dass auch eine Errichtung einer Aufdach-Photovoltaikanlage als derartige Bauleistung gilt. Dabei werden verschiedene Tätigkeiten erfasst, unter anderem:

  • die Herstellung
  • die Instandsetzung
  • die Instandhaltung
  • die Änderung von Bauwerken oder deren bestimmungsgemäßer Nutzung
  • die eventuelle Beseitigung von Bauwerken

Die Tätigkeiten, die erfasst werden, müssen erstens im Zusammenhang mit einem Bauwerk ausgeführt werden und zweitens unmittelbar auf dessen Substanz einwirken.

In diesem Zusammenhang ist die Definition des Begriffs Bauwerk wichtig. Und dieser wurde durch die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts festgelegt. Der Begriff ist demnach weit auszulegen und umfasst folgende Punkte:

  • Gebäude
  • mit dem Erdboden verbundene Anlagen
  • infolge ihrer Schwere auf dem Boden ruhende Anlagen
  • aus Baustoffen oder -teilen mit baulichem Gerät hergestellte Anlagen
  • Betriebsvorrichtungen

Aus dieser Definition resultiert auch die Tatsache, dass auch Aufdach-Photovoltaikanlagen zu den Bauwerken gehören. Und daher ist das Aufstellen einer Photovoltaikanlage grundsätzlich als bauabzugssteuerpflichtig anzusehen.

Von dieser Verpflichtung ist man auch dann nicht entbunden, wenn das leistende Unternehmen im Ausland ansässig ist. Eine inländische Steuerpflicht des Leistenden wird nicht vorausgesetzt (Quelle: Finanzgericht Düsseldorf, Az.: 10 K 1513/14 E); Revision zugelassen, BFH-Aktenzeichen: I R 67/17).