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PV-Anlage mieten – darauf muss man achten

Auch als Mieter einer Photovoltaik-Anlage kann man steuerlich zum Unternehmer werden, das wissen nur wenige. Betreibt man eine Anlage und verkauft den Strom, dann sind Steuern fällig. Nachfolgend sind einige nützliche Tipps aufgeführt, die man beachten sollte.

Umsatzsteuer
Wählt man hier die Steuerpflicht, wird man umsatzsteuerlich zum Unternehmer. Die andere Möglichkeit ist die Wahl der Kleinunternehmerregelung, hier fällt keine Umsatzsteuer an.

Ertragssteuer
Die Ertragssteuer fällt an, wenn man mit dem Verkauf von Solarstrom einen Gewinn macht. Hier ist dann jährlich eine Steuererklärung für die Photovoltaik-Anlage abzugeben.

Beispiel

Der Kunde mietet eine Photovoltaik-Anlage mit 5 Kilowatt (kW) Leistung und verbraucht selbst 1.500 Kilowattstunden zuhause. Die restlichen 3000 Kilowattstunden werden eingespeist und mit derzeit 12,2 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Die Miete für die PV-Anlage beträgt brutto 59,50 Euro monatlich, also 714 Euro im Jahr. Außerdem fallen Betriebskosten an, hier beispielsweise die jährlichen Kosten für einen Abrechnungszähler in Höhe von 30 Euro brutto.

Bei einer Kleinunternehmerregelung ist der Kunde nicht umsatzsteuerpflichtig, was bedeutet, dass er die Miete und Zählerkosten in voller Höhe zahlt. Für den eingespeisten Strom bekommt er vom Netzbetreiber 3000 kWh x 12,2 Cent = 366 Euro.

Ist dagegen die Umsatzsteuerpflicht gewählt, dann wird vom Netzbetreiber die Einspeisevergütung zuzüglich der Umsatzsteuer gezahlt. Das sind in unserem Beispiel 366 Euro x 0,19 = 70 Euro. Diese 70 Euro müssen dem Finanzamt gezahlt werden. Allerdings kann sich der Kunde aufgrund der Umsatzsteuerpflicht die in der Miete und in den Zählerkosten gezahlte Umsatzsteuer erstatten lassen (Vorsteuer-Erstattung). Hier gibt es aber nicht den vollen Betrag, sondern nur der Anteil entsprechend der unternehmerischen Nutzung.

Bei der Ertragssteuer hat der Kunde keine Wahl, sondern er muss Steuern auf seine Gewinne zahlen, wenn er welche erzielt. Dazu werden seine Einnahmen den Ausgaben gegenübergestellt. Entsteht ein Verlust, dann handelt es sich um Liebhaberei.  

Unterschieden wird in privaten Stromverbrauch und der unternehmerischen Nutzung, nämlich der Einspeisung bzw. dem Verkauf des Stromes. In unserem Beispiel wird die Anlage zu zwei Dritteln unternehmerisch genutzt. Die überwiegend unternehmerische Nutzung bedeutet, dass die gesamte Miete von 714 Euro als Kosten geltend gemacht werden kann, ebenso die Zählermiete von 30 Euro. Die private Nutzung wird als Einnahme wieder abgezogen. Hierbei kostet die erzeugte Kilowattstunde 744 Euro / 4500 kWh = 16,5 Cent. Für die private Nutzung ergeben sich somit insgesamt 16,5 Cent x 1500 kWh = 248 Euro. Die Einspeisevergütung von 366 Euro ist eine weitere Einnahme. Somit ergeben sich insgesamt 614 Euro Einnahmen gegenüber 744 Euro Ausgaben. Besteht Umsatzsteuerpflicht, dann liegen die Kosten bei netto 625 Euro (plus die Umsatzsteuer von 80 Euro, die aber als Vorsteuer vom Finanzamt erstattet wird.) Die Einspeisevergütung beträgt 366 Euro (plus 70 Euro Umsatzsteuer für das Finanzamt). Für den privaten Verbrauch als Einnahme anzusetzen sind dann 209 Euro. Insgesamt ergeben sich damit Einnahmen von 575 Euro abzüglich Kosten von 625 Euro und damit im Ergebnis ein steuerlicher Verlust von 50 Euro. Somit muss keine Ertragssteuer gezahlt werden.

Weitere wichtige Details

  • Für die steuerrechtliche Betrachtung reicht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung, also die Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben.
  • Kosten können nur geltend gemacht werden, wenn sie dem betrieblichen Zweck dienen.
  • Sonderabschreibungen können sich nur steuermindernd auswirken, wenn die Anlage gekauft wurde. Bei Mietanlagen besteht diese Möglichkeit nicht.