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Wasserkraft muss naturfreundlich bleiben

Es gibt Konflikte rund um die umweltfreundlichen Wasserkraftwerke, und zwar immer mehr. Woran liegt das? Warum kommen umweltfreundliche Stromerzeugung und Naturschutz nicht so recht zusammen?

Im Jahr 2000 gab es in der so genannten Europäischen Wasserrahmenrichtlinie eine Festlegung, die besagt, dass Gewässer in einen guten oder sehr guten ökologischen Zustand gebracht werden müssen. Ein ganz wichtiger Punkt dabei ist die Durchgängigkeit für Organismen und Sediment. Jetzt müssen diese Pläne umgesetzt werden und außerdem laufen die Konzessionen für viele Wasserkraftwerke aus, die den Festlegungen nicht gerecht werden. Nun ist es natürlich möglich, diese Kraftwerke umzubauen, aber trotzdem wird man sich nicht einig. Vor allem geht es um die Frage: „Wie viel Durchgängigkeit brauchen wir, um nachhaltige Populationen sichern zu können?“ Andere Probleme sind beispielsweise:

  • wie viele Fische kommen zu Schaden?
  • welche Arten sind betroffen?
  • welche Auswirkungen hat dies auf den Erhalt der Gesamtpopulation?
  • in wie weit wirken sich veränderte Aufgaben und Arbeitsweisen mancher Kraftwerke aus?


Nun gibt es das Forschungsprojekt „Fish friendly Innovative Technologies for hydropower (FIThydro)“. Hier arbeiten viele Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus vielen europäischen Staaten zusammen. Die Koordination übernimmt der Lehrstuhl für Wasserbau und Wasserwirtschaft der Technischen Universität München (TUM). Gefördert wird das Projekt mit 7,2 Millionen Euro vom EU-Forschungsprogramm „Horizon 2020“ und vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF).

Das Forschungsprojekt „FIThydro“ klären soll nun Abhilfe schaffen und sich unter anderem folgenden Fragen widmen:

  • Welche Technologien und Konzepte eignen sich am besten?
  • Ist es besser, die Tiere vor der Kraftwerksturbine zu schützen oder für eine gesunde Regeneration der Population zu sorgen?
  • Wie hoch sind die Kosten für diese Maßnahmen?
  • Wie können im Vorfeld am besten die Position, die Schwimmwege, die Größe und sogar die Art von betreffenden Fischen bestimmt werden?


Es werden im Zuge des Projektes nun in vier Regionen 17 Standorte mit verschiedenen Kraftwerksanordnungen analysiert. Die vier Regionen bieten außerdem unterschiedliche Voraussetzungen, wie eine große Wasserkraftproduktion, große Fallhöhen, trockene Regionen und europäisches Flachland. Die Zusammenarbeit der Ingenieur- und Naturwissenschaftler erfolgt mit Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern. Ein Online-Werkzeug soll das Ziel sein, das bei der Planung und Beurteilung von Wasserkraftwerken hilft und dabei wichtige Punkte ermittelt, wie beispielsweise:

  • den Grad der Gefährdung der Fische
  • geeignete Maßnahmen zum Schutz des Ökosystems
  • der Erhalt der Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks


Insgesamt soll ein flexibles, professionelles Management entstehen, das negative Auswirkungen auf die Ökologie im besten Fall verhindert.