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Biomasseproduktion in Deutschland

Auch im Jahr 2017 hat Deutschland wieder eine große Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe gehabt, sie war nur geringfügig niedriger als im Vorjahr. Insgesamt wird damit seit vier Jahren ungefähr dieselbe Menge Biomasse produziert. Es handelte sich insgesamt um ca. 2,65 Mio. ha Anbaufläche mit nachwachsenden Rohstoffen.

Nach dem ersten großen Sprung von 2004 zu 2007 hat sich das Wachstum abgeschwächt, dann stagnierte es und nun ist es geringfügig rückläufig.

Die Zahlen für die jeweiligen Anteile der Pflanzen werden jährlich von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) vorgestellt. Dabei nehmen den größten Anteil die Energiepflanzen in Anspruch. Dazu gehören Mais und Silphie. Der zweitgrößte Anteil der Anbaufläche geht an die Pflanzen für die Biokraftstoffherstellung. Zu den Kraftstoffpflanzen gehören Raps, Getreide und Zuckerrüben. Die sogenannten Koppelprodukte, die bei der Herstellung von Biokraftstoffen anfallen werden außerdem als Futtermittel verwendet. Die Pflanzen, die zur Gewinnung von Industrierohstoffen angebaut werden, nehmen den kleinsten Anteil der Fläche ein. Hierzu gehören Rapsöl für technische Zwecke, Industriestärke aus Weizen, Körnermais und Kartoffeln, Zuckerrüben für Industriezucker und Arznei- und Färbepflanzen.

Was in den jährlichen Erhebungen nicht erfasst wird, ist erstens Holz als Bau- und Werkstoff, als Papierrohstoff sowie als Bioenergieträger und zweitens Biomasse, die zum Beispiel bei der Nahrungs- und Futtermittelproduktion anfällt.

Wenn es um die Nutzung nachwachsender Rohstoffe geht, dann ist Deutschland in erster Linie ein Importland. Ungefähr 60% der nachwachsenden Rohstoffe, die in der Prozessindustrie benötigt werden, werden aus dem Ausland ins Land gebracht. Daraus werden dann Produkte hergestellt, die entweder in Deutschland verbraucht oder auch exportiert werden.

In Deutschland werden in vielen Bereichen nachwachsenden Rohstoffe, wie beispielsweise Pflanzenöle, Zucker, Stärke und Chemiezellstoff benötigt. Zu diesen Bereichen gehören:

  • die chemische Industrie
  • die Herstellung biobasierter Zwischen- und Endprodukte, wie Fein- und Spezialchemikalien, chemische Intermediate, Pharmaerzeugnisse, Polymeradditive sowie Funktionspolymere
  • werkstoffliche Verwendungen, wie zum Beispiel naturfaserverstärkte Kunststoffe oder Strukturpolymere
  • Schmierstoffe aus Pflanzenölen
  • Chemieprodukte aus Stärke