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Marktwachstum der Branche

Auf der 5. internationalen Konferenz für solare Fernwärme im österreichischen Graz wurde kürzlich festgestellt, dass die Branche ihren Wachstumskurs weiter beibehält. Das Marktwachstum beträgt ca. 35 Prozent jährlich in Europa. Zu den Diskussionsthemen der Veranstaltung, auf der sich rund 350 Branchenexperten trafen, gehörten der Stand der Technik und auch Strategien zur weiteren Marktentwicklung in der Branche.

Außerdem wurden zwei Exkursionen durchgeführt, die die Experten zu solaren Wärmenetzen im Umfeld von Graz führten. Hierin liegt einer der Gründe, warum Graz Gastgeber der Konferenz war. Die Stadt will nämlich ihr Fernwärmenetz vollständig dekarbonisieren. Christian Purrer, Vorstandssprecher von der Energie Steiermark, macht die Wichtigkeit dieser Pläne deutlich: „Es ist unser erklärtes Ziel, den Anteil erneuerbarer Energie in der Wärmeversorgung in den kommenden Jahren deutlich zu steigern, um Versorgungssicherheit mit noch mehr Nachhaltigkeit zu kombinieren. Dabei nimmt die Solarthermie in Verbindung mit großen Wärmespeichern, wie etwa in unserem Konzept zum Großprojekt BIG SOLAR Graz, eine wesentliche Rolle ein." Die Pläne umfassen bis zu 450.000 Quadratmeter Solarthermie-Kollektoren, die ein Garant für die CO<sub>2</sub>-neutrale Versorgung werden sollen.

Auch im Punkt der Zukunftsaussichten der Branche sind sich die Experten einig. Es soll weiter bergauf gehen. So erwartet beispielsweise Werner Lutsch, Präsident des europäischen Fernwärmeverbandes Euroheat&Power, im Jahr 2018 erstmals einen Beitrag von mehr als einer Terawattstunde aus Solarthermie zur Fernwärmeversorgung. Aber die Aussichten gehen noch weiter: Im Jahr 2050 soll der Anteil der leitungsgebundenen Solarwärme auf 240 Terawattstunden wachsen. In diesem Punkt sind sich die Branchenexperten einig. Rechnet man das einmal hoch, dann wird das in etwa 15 Prozent des gesamten europäischen Fernwärmebedarfs ausmachen.

In den letzten fünf Jahren gab es ein durchschnittliches Wachstum der Branche von jeweils 35 Prozent. Das stimmt Lutsch zuversichtlich, zumal sich die Solar- und die Fernwärmebranche auf einem gemeinsamen Weg befinden: „Es ist eine nachhaltige Verbindung zwischen den Industriebranchen der Solarthermie und der Fernwärme geschaffen worden.“ Er sieht die Fortschritte nicht mehr nur in Dänemark, sondern auch in Österreich, Deutschland, Frankreich, Schweden. Auch in diesen Staaten wächst die Technologie der netzgebundenen Solarthermie. Gibt es Dänemark derzeit weit über 100 Städte und Gemeinden, in denen Solarthermieanlagen einen Beitrag zur Fernwärmeversorgung leisten, was einen Beitrag von 15 bis 60 Prozent ausmacht, wächst auch in den anderen europäischen Staaten die Anzahl an Quartiersversorgungen in städtischen Wohngebieten, an Solar-Bioenergiedörfern und an großen Freilandanlagen mit bis zu 100 Megawatt Leistung.

Interessenten, die zur Konferenz angereist waren, gab es genug und sie kamen aus über 30 Ländern. Das bedeutet, dass sich die Teilnehmerzahl gegenüber der Vorgängerveranstaltung 2016 im dänischen Billund verdoppelt hat. Das ist äußerst positiv, zumindest sehen das die Tagungsleiter Christian Fink vom AEE - Institut für Nachhaltige Technologien in Gleisdorf und Thomas Pauschinger vom Steinbeis Forschungsinstitut Solites in Stuttgart so. Pauschinger äußert sich wie folgt: „Diese Konferenz konnte auch dank der Unterstützung der EU, die 2009 begann und bis heute anhält, so erfolgreich entwickelt werden.“ Fink sagt zu dem Thema: „Ziel unserer Tagung ist es, Fachleute und Umsetzer zusammen zu bringen und diesen wichtigen Impuls für neue konkrete Projekte zu nutzen.“