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Biomasse statt Kohle in Berlin

Es tut sich was im Bereich der Biomasse – zumindest in Berlin. Dort haben nämlich Vattenfall und das Land Berlin im Jahre 2011 ein Abkommen geschlossen, welches Kriterien zur Nachhaltigkeit der Beschaffung von holzartiger Biomasse festlegt. Dieses Abkommen wird nun in regelmäßigen Berichten überprüft. Der neueste Bericht hierzu sagt aus, dass in Berliner Heizkraftwerken die Kohle zunehmend durch Biomasse aus der Region ersetzt wird, was ein durchaus positiver Trend ist.

Die Zahlen des Berichts
Es handelt sich hier um den nunmehr dritten Bericht zur Umsetzung der Vereinbarung, in der es um die nachhaltige Beschaffung holzartiger Biomasse geht. Das Land Berlin und Vattenfall haben Erfolge zu verzeichnen, was sich in interessanten Zahlen widerspiegelt. Demnach stieg die Zahl der Tonnen Holzhackschnitzel, die in den Berliner Heizkraftwerken eingesetzt werden, von rund 88.000 Tonnen im Jahr 2015 auf rund 95.000 Tonnen im Jahr 2016. Dadurch wiederum wurden weniger fossile Brennstoffe eingesetzt, was eine CO<sub>2</sub>-Einsparung von 123.000 Tonnen für 2015 / 2016 bedeutete. Diese Zahl entspricht einer CO<sub>2</sub>-Einsparung von ca. 94 Prozent gegenüber Kohle.

Meinungen zum Thema

Stefan Tidow, Berliner Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, ist zurecht stolz auf diese Entwicklung und meint: „Die Wärme- und Stromerzeugung in Berlin wird Stück für Stück nachhaltiger und klimafreundlicher, bis spätestens 2030 wollen wir ganz aus der Kohle ausgestiegen sein. Für die Wärmegewinnung in Berlin wird der Einsatz von Biomasse dafür zu einem wichtigen Baustein. Mit den klaren sozialen und ökologischen Beschaffungskriterien ist Berlin zudem europaweit Vorreiter, vergleichbare Regelungen gibt es sonst nirgends in der EU.“

Herkunft der Biomasse in Berlin

Natürlich stellt sich auch die Frage nach der Herkunft des Holzes bzw. der Biomasse. Dazu wird bekannt gegeben, dass die Biomasse aus folgenden Quellen stammt:

  • ausschließlich aus regionalen Quellen
  • regionale Plantagen für schnell wachsende Bäume
  • regionale Forst- und Holzverarbeitungsbetriebe
  • Berliner Grünflächenämter der Bezirke
  • aus Tierpark und Zoo
  • Waldrestholz aus der Waldpflege


Weitere Inhalte des Berichts
Durch die nachhaltige Herkunft der Biomasse wird nicht in die Umwelt eingegriffen, was die gestellten Umweltkriterien der Nachhaltigkeitsvereinbarung erfüllt. Außerdem wird im Bericht dargestellt, dass die beteiligten Vertragspartner untersuchen wollen, wie die Weiterentwicklung in Berlin aussieht und wie eine komplette Umstellung des Heizkraftwerks Moabit auf Biomasse aussehen könnte.

Der aktuelle Bericht
Die festgelegten Kriterien der Vereinbarung werden regelmäßig überprüft, und zwar alle zwei Jahre von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Das aktuelle Ergebnis der Überprüfung und der vollständige Bericht sind hier zu finden: https://www.berlin.de/senuvk/klimaschutz/aktiv/vereinbarung/vattenfall/zur Verfügung.