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Studie zur Kraft-Wärme-Kopplung

Die Wärmewende ist gut zu bewältigen, wenn eine Kombination aus Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbarem Strom genutzt wird. Das hat eine neue Studie jetzt gezeigt.

Die Forderungen des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK) von der neuen Bundesregierung sehen folgendermaßen aus:

  • stabile gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen
  • verlässliche Förderkonditionen für die Effizienztechnologie KWK
  • Heinz Ullrich Brosziewski, Vizepräsident des BKWK: „Außerdem ist es nötig, Hindernisse, die der Kraft-Wärme-Kopplung im Wege stehen, zu beseitigen.“


Die Branche hat Probleme. Eines davon ist die seit Anfang des Jahres reduzierte Befreiung von der EEG-Umlage für Betreiber neuer KWK-Anlagen. So müssen Betreiber, deren Anlagen mehr als 10 kW Leistung haben und die nach dem 1. August 2014 in Betrieb gegangen sind, die volle EEG-Umlage und damit rund 4,1 Ct/kWh mehr auf den selbst verbrauchten Strom zahlen. Dadurch ergeben sich zusätzliche Kosten in Millionenhöhe, eventuell müssen sogar Anlagen stillgelegt werden. Hintergrund des Ganzen: Die Bundesregierung hatte es versäumt, für die Ende 2017 ausgelaufene Befreiungsregelung eine neue Anschlussvereinbarung zu treffen.

Der CDU-Umweltexperte Müller sagt: „Ich bin ganz guten Mutes, dass das Thema schnell gelöst wird.“ Es sollen Regelungen gefunden werden, die schnell umsetzbar sind. Brosziewski stellt folgende Forderung auf: Es muss eine Verordnungsermächtigung im KWK-Gesetz genutzt werden, durch die die KWK-Vergütung erhöht werden könne. Aber auch in der Politik gibt es KWK-Zuspruch. Grünen-Energieexpertin Julia Verlinden ist der Meinung, dass die vergangene Bundesregierung zu wenig für die KWK getan hat und der Abgeordnete der Linken Ralph Lenkert sagt: „Ich sehe KWK-Anlagen als Reservekraftwerke.“ Hinsichtlich der notwendigen Dekarbonisierung der Energieversorgung sagt außerdem Thomas Griese (Grüne), Umweltstaatssekretär in Rheinland-Pfalz: „KWK muss kurzfristig noch mit Erdgas, langfristig aber mit Bioerdgas betrieben werden.“

Es gibt jetzt eine neue Studie, die vom BKWK in Auftrag gegeben und vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung (IFAM) durchgeführt wurde. Die Studie kommt zu folgendem Schluss: „Eine auf Elektrifizierung und den Einsatz strombetriebener Wärmepumpen ausgerichtete Wärmewende bringe gravierende Nachteile mit sich und könne den Anspruch einer weitestgehenden Dekarbonisierung kaum einlösen. Die Zeitstruktur des Strombedarfs der Wärmepumpen begrenze die Möglichkeit, diesen mit Windkraft und Photovoltaik zu decken, so Forscher Fette. Deshalb müssten für eine vollständige Elektrifizierung der Wärmeversorgung erhebliche Strommengen durch konventionelle Kraftwerke erzeugt oder importiert werden.“ (Quelle: https://www.energie-und-management.de/nachrichten/alle/detail/kwk-fuer-die-waermewende-124097)

Die Studie besagt weiterhin, dass sich durch gasbasierte KWK-Systeme mit Wärmespeichern sowie ergänzenden Elektro-Kesseln und Groß-Wärmepumpen bessere Möglichkeiten ergeben. Das wiederum passt auch gut zum Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. KWK-Anlagen liefern immer dann Strom, wenn Wind oder Sonne ausbleiben. Gibt es dagegen Stromüberschüsse, könnten Power-to-Heat-Anlagen Wärme oder Power-to-Gas-Anlagen Gas für die KWK produzieren. Brosziewski sagt: „Die Ergebnisse der Studie belegen, dass ein intensiver Ausbau gasbasierter KWK mit Wärmenetzen für den Klimaschutz mittel- und langfristig eine zielführende Strategie ist.“ Somit kommt den KWK-Anlagen eine zentrale Rolle für die Wärmewende zu. Staatssekretär Griese merkt dazu an: „Die Kraft-Wärme-Kopplung kann bedeutende Beiträge für die notwendige Flexibilisierung des gesamten Energieversorgungssystems und die Verknüpfung der Verbrauchssektoren Strom, Wärme und Gas leisten.“