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Neue Versuchsanlage in Leipzig

Eine neue Biomasse - Versuchsanlage in Leipzig soll eine Forschungslücke schließen, und zwar zwischen Grundlagen- und Anwendungsforschung. Die Versuchsanlage wurde vom Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) in Betrieb genommen und eröffnet nun neue Perspektiven.

Natürlich gibt es schon viele Möglichkeiten, die Vorgänge in der Biomassevergasung anhand von Experimenten zu untersuchen, aber Anlagen, bei denen die Interaktionen in einem Biomassefestbett (Schüttung, Haufwerk) während der thermochemischen Umwandlung untersucht werden können, haben eher Seltenheitswert. Oftmals muss ein konkreter Prozess definiert werden oder der Anlagenbetrieb wirkt sich hinderlich auf die Analysemöglichkeiten aus.

Die Lücke zwischen der Grundlagenforschung und der eigentlichen Anwendung soll nun mit der neuen Versuchsanlage des DBFZ geschlossen werden, und zwar mittels der Umsetzung einzelner Füllungen im 100 mm bis 500 mm langen Probenraum. Daraus ergeben sich einige Vorteile, wie

  • es können laufend Temperaturprofile aufgenommen werden
  • möglich ist eine kontinuierliche Messung der Gaszusammensetzung
  • von den Kondensaten können jederzeit Proben genommen werden

Wichtige Eckdaten, wie Brennstoffumsatz, Temperaturen und Gasqualität bleiben unter ständiger Beobachtung und es sind außerdem detailliertere Betrachtungen als bei kontinuierlichen Anlagen möglich, sowohl, was die Teilprozesse Trocknung, Pyrolyse, Reduktion und Oxidation angeht, als auch was den Ablauf der Prozesse an sich angeht.

Ganz besonders vorteilhaft ist die hohe Flexibilität mit dem neuen Laborvergaser am DBFZ, denn sowohl der anwendbare Betriebsdruck von bis zu 20 bar als auch die Möglichkeit, sowohl Luft, Wasserdampf, O2, CO2, als auch relativ frei wählbare Gasmischungen als Vergasungsmittel einzusetzen, ist ein Fortschritt. Wie das Forschungszentrum mitteilt, übernimmt der Laborvergaser am DBFZ gleich mehrere Aufgaben, wie

  • die Untersuchung der grundlegenden Vorgänge der thermochemischen Umwandlung in Schüttungen
  • die Bewertung der Eignung von Brennstoffen
  • die Basisdatenermittlung für die verfahrenstechnische Auslegung

Man verspricht sich von der innovativen Technik und den Forschungen vor allem:

  • neue Erkenntnisse in der wissenschaftlichen Durchdringung der Biomassevergasung
  • neue Impulse für die Weiterentwicklung der Pyrolyse und des Pyrolyse- und Vergasungsteils von Verbrennungen