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Das technologisch fortschrittlichste Mehrfamilienhaus der Republik

Dieses Haus steht in Hamburg und gehört Lars Hinrichs. Dieser hatte 2003 das Businessnetzwerk OpenBC (jetzt Xing) gegründet, es dann 2009 verkauft und nebenbei in ein altes Mietshaus investiert. In diesem hat Hinrichs nun ein modernes neues Wohnkonzept verwirklicht, und das obwohl intelligente Haustechnik sich nur langsam durchsetzt. Das Projekt / Mehrfamilienhaus nennt Hinrichs Apartimentum.

 

Laut spiegel.de gibt es viele neue Features und auch Konzepte, die herkömmlich bleiben. Die Kosten für das Wohnen dieser Art liegen bei bis zu 40 Euro pro Quadratmeter und Monat. Diese hohen Kosten bedingen natürlich, dass die potenzielle Zielgruppe eher klein ist. Die innovativsten und interessantesten Punkte sind nachfolgend einmal kurz angerissen.

  1. Ausstattung und Infrastruktur sollen untereinander kommunizieren. Ein Beispiel: Die Fenstergriffe melden, dass das Fenster auf ist und prompt wird die aktive Zuluft abgeschaltet.
  2. Die verbauten Thermostate sind von Nest und steuern die Fußbodenheizung.
  3. Die Briefkästen stellt die Firma Renz her. Wird Post eingeworfen, gibt es eine Nachricht an den Eigentümer.
  4. Die Haustüren bieten mit einer Masse von 120 Kilogramm Schutz vor Einbrechern. Geöffnet werden sie mit dem Smartphone. Schlüssel gehören der Vergangenheit an. Bluetooth hilft dem System, zu erkennen, ob ein eintrittsberechtigter Handybesitzer vor der Tür steht. Möglich sind auch zeitlich begrenzte Zutrittscodes, etwa für Besucher oder Handwerker. Versucht wirklich jemand einzubrechen, wird das erkannt und der Wohnungsbesitzer alarmiert. Damit nicht genug, denn es werden sogar Bilder des Einbrechers in HD-Qualität geliefert. Auch eine Sprechanlage gibt es nicht mehr, die Kommunikation erfolgt mittels Handy.
  5. In einigen Apartments von Hinrichs ist es möglich, das Wasser per Mobiltelefon in die Wanne laufen zu lassen. Die Armaturen lieferte die sauerländische Firma Dornbracht. Diese Spielereien können aber mit bis zu 35.000 Euro sehr teuer werden.
  6. Das Internet ist ebenso ein wichtiges Thema. Im Apartimentum findet sich ein Glasfaser-Internetanschluss mit einer Datenrate von zehn Gigabit wieder. Das ist tatsächlich 30-mal so schnell wie ein LTE-Anschluss.
  7. Auf mehreren iPads ist das Programm Wibutler installiert. Damit können beispielsweise die Rollläden gesteuert werden. Der Wibutler ist ein Projekt von Unternehmer Arne Feldmeier, der damit Angebote verschiedener Anbieter bündelt und eine Art App Store für das schlaue Zuhause anbietet. Feldmeier ist vom Apartimentum beeindruckt, allerdings sagt er auch: "Der Lichtschalter wird auch im klügsten Haus bestehen bleiben.“
  8. Außerdem finden sich in den Wohneinheiten die intelligenten Aluminiumringe Nuimo. Die kommen von Senic und hängen an der Wand oder stecken in der Hosentasche. Der kleine Ring ermöglicht mittels Gestensteuerung die Regulierung von Musikanlage und  Beleuchtung.

Wie aber eingangs bereits erwähnt, gibt es auch im technologisch fortschrittlichsten Mehrfamilienhaus der Republik Dinge, die einfach so bleiben, wie sie sind. Hier betrifft das die Müllentsorgung und den Kühlschrank.