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Welche Wärmepumpe im Eigenheim nutzen?

Die Nutzung einer Wärmepumpe als Heizmöglichkeit im Eigenheim wird immer beliebter. Gerade in Neubauten wird die Wärmepumpe immer häufiger eingesetzt. Matthias Saller, Experte der Initiative Wärme+ in Berlin sagt: „Sie hat sich in den vergangenen Jahren vom Nischenprodukt zum Standardheizsystem entwickelt.“

Das hat unterschiedliche Ursachen, eine davon ist wohl die Tatsache, dass die Wärmepumpe von fossilen Brennstoffen unabhängig ist und thermische Energie aus der Umwelt anzapft. Das sagt zumindest Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Allerdings sollte man auf eine gute Beratung vor der Anschaffung keinesfalls verzichten.

Eine Luft-Wärmepumpe beispielsweise funktioniert folgendermaßen: Sie entnimmt der Luft Energie und lässt sie auf ein Kältemittel treffen, das verdampft. Dieser Dampf wird verdichten und dadurch wiederum sehr warm. Mit dieser Wärme wird dann geheizt. Wagnitz sagt: „Mit geringem Aufwand wird sehr viel Energie erzeugt. Das ist gut für die Umwelt.“

Die meiste gebrauchte Energie für die Wärmepumpe ist kostenlos. Ungefähr ein Viertel wird durch Strom produziert. Hier werden natürlich Stromkosten spürbar. Dazu hat Nicola Beck, Leiterin des EnergieBauZentrums in Harburg folgende Meinung: „Strom ist deutlich teurer als Gas oder solare Wärme, welche zudem keiner Preissteigerung unterliegt.“

Insgesamt gibt es vier Arten von Wärmepumpen:

  • die Luft-Luft-Wärmepumpe
  • die Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • die Wasser-Wasser-Wärmepumpe
  • die Sole-Wasser-Wärmepumpe

Bei der letztgenannten kommt die Energie aus dem Erdreich. Matthias Saller „Um an die zu gelangen, sind Tiefenbohrungen notwendig.“ Die Luft-Wasser-Wärmepumpe gewinnt die Wärme aus der Außenluft und die Wasser-Wasser-Wärmepumpe aus dem Grundwasser.

Generell lässt sich auch nicht sagen, welche Wärmepumpe in welchem Fall die beste Lösung ist. Saller sagt dazu: „Die Sole-Wasser-Pumpe arbeitet am effizientesten.“ Denn hier fallen wenige Betriebskosten an. Auf der anderen Seite ist die Anschaffung sehr kostenintensiv. Nicola Beck empfiehlt jedem Interessierten, schon im Vorfeld eine Bodenuntersuchung in Auftrag zu geben, „denn feuchter und lehmiger Boden leitet die Wärme besser.“

Die Luft-Wasser- und Luft-Luft-Varianten sind in der Anschaffung sehr viel günstiger. Nachteilig sind hier die höheren Betriebskosten und auch eventuelle Geräuschentwicklungen, die die Nachbarn ärgern könnten. Die Luft-Luft-Wärmepumpen arbeiten besonders in luftdichten Gebäuden effektiv. Trotzdem will eine Anschaffung wohl überlegt sein, denn „für einen Einfamilienhaushalt amortisiert sich die Anschaffung erst nach Jahrzehnten“, sagt Marek Miara vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme. Deshalb folgt auch hier der Ratschlag, die Anlagen gut zu vergleichen.

Besonders aufpassen sollte man auch bei der Nachrüstung in alten Gebäuden. Eine Installation hier lohnt sich generell nur, wenn eine gute Gebäudedämmung vorliegt. Ansonsten steigen unweigerlich die Stromkosten. Miara: „Die Pumpe arbeitet effizient, wenn geringe Vorlauftemperaturen notwendig sind, eine Fußbodenheizung braucht eine Vorlauftemperatur von etwa 30 Grad, sie ist also gut geeignet.“

Ein ebenso wichtiger Punkt ist die Gesundheit, wenn es um Wärmepumpen geht. Nicola Beck spricht sich hierbei für ein sinnvolles Konzept zur Warmwasserbereitung aus – „schon wegen der Legionellengefahr“. Das sieht auch der VPB Verband Privater Bauherren so:  „Legionellen gedeihen prächtig bei Temperaturen von 45 bis 55 Grad. Und die herrschen im Leitungsnetz vor, wenn das Warmwasser von einer Wärmepumpe erzeugt wird.“ Daher ist allen Bauherren angeraten, darauf zu achten, dass die Wärmepumpe die nötige Temperatur von 65 Grad Celsius im Wärmepumpenprozess gewinnt.

Schlussendlich spielt im Bereich der Wärmepumpen sicherlich auch die Förderung eine Rolle. Staatliche Hilfen können über die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) beantragt werden – jedoch nicht für jede Anlage.