Zum Inhalt springen

Schafft die Brennstoffzelle den Durchbruch?

Die Zukunft des Autofahrens ist nicht mehr nur mit dem Begriff Batterie verbunden, sondern ebenso mit dem Begriff Brennstoffzelle. Die Brennstoffzelle und Wasserstoff haben den Durchbruch endlich geschafft. Dabei war der Weg dorthin lang und schwierig. Nach dem anfänglichen Hype um die Brennstoffzelle in den Jahren 2000 bis 2003 folgte eine lange Phase der allmählichen Ernüchterung. Forschungsgelder wurden knapp und Investoren ließen auf sich warten, was zu einer Verwässerung des Kapitals bei börsennotierten Unternehmen führte, weil Aktien unter schlechten Bedingungen neu ausgegeben wurden. Jetzt aber führt der Weg der Brennstoffzelle steil nach oben.

Schaut man sich in den Medien um, dann bekommt man schnell den Eindruck, dass Elektromobilität nur mit der Batterie funktionieren kann. Das aber ist ein Irrtum, denn es geht auch anders. Man kann nämlich Wasserstoff tanken, diesen mittels einer Brennstoffzelle in Strom, elektrische Energie umwandeln und somit den Elektromotor antreiben.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass ein Brennstoffzellen-Kfz für eine Strecke von 100 Kilometern ungefähr ein Kilogramm Wasserstoff benötigt. Bei einer Batterie schlagen zusätzlich die CO2-Bilanz in der Produktion und die Entsorgung zu Buche. Bei Wasserstoff ist es wichtig, dass er der perfekte Speicherpartner für überschüssigen Solar- und/oder Windstrom ist. Deshalb spricht man hier vom so genannten „grünen“ Wasserstoff. Alles, was als Abfall entsteht, ist Wasserdampf. Wählt man nun die Batterie oder die Brennstoffzelle mit Wasserstoff oder die Kombinationsvariante von beidem, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise vom Einsatz des Fahrzeugs, dessen Standzeiten und Fahrradius.

Was sicherlich noch verbessert werden muss, ist das noch nicht ausreichend vorhandene Tankstellennetz für Wasserstoff. Das wird sich aber in den nächsten Jahren aber bessern. Gebraucht würden ungefähr 1.000 H2-Tankstellen – damit wäre Deutschland ausreichend gewappnet. Bei den Stromladestationen dagegen muss auch bedacht werden, in wie weit es die Netze schaffen, wenn zeitgleich 100.000 e-Autos Strom laden wollen.

Das Netz an Wasserstofftankstellen auszubauen, wäre vielleicht auch eine Aufgabe für die Autoindustrie. So könnten deutsche und auch internationale Kfz-Hersteller die Gelder an Unternehmen für Forschung und Entwicklung weitergeben, deren Geschäftsfeld gerade die Entwicklung von Batterien ist. Auf diesem Wege erspart man es sich, selbst Batteriefabriken zu schaffen.

Wasserstoff hat aber neben der idealen Speichermöglichkeit für überschüssige regenerative Energien noch mehr Vorteile, wie zum Beispiel die Herstellungskosten. Sind die Energieträger kostengünstig oder gar umsonst, senkt das die Herstellungskosten für den Wasserstoff. Außerdem lässt sich Wasserstoff durch umgekehrte Elektrolyse jederzeit gut rückverstromen.

Und auch die Brennstoffzelle an sich hält weitere Vorteile bereit. So ist sie zum Beispiel nicht nur in KFZs auf dem Vormarsch, sondern auch in allen anderen Formen der Mobilität, wie in Bussen, Schiffen oder Flugzeugen. Sie findet auch in Brennstoffzellenkraftwerken Verwendung, mittels derer Strom und Wärme generiert werden. Schlussendlich bietet eine Nutzung der Brennstoffzelle in unbemannten Flugkörpern, so genannten Drohnen, die Vorteile des geringeren Gewichts und der längeren Betriebsdauer.