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E-Fuels für ein besseres Klima

Die Mineralölwirtschaft ist davon überzeugt, dass nur mit CO2-neutralen flüssigen Kraft- und Brennstoffen (sogenannte E-Fuels) die hoch gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen sind. Die Mineralölwirtschaft gründet die Überzeugung auf eine Prognose-Studie, die im Frühjahr 2018 veröffentlicht werden soll und von der erste Zwischenergebnisse schon bekannt sind. E-Fuels müssen dafür aber zu bezahlbaren Kosten produziert werden können.

E-Fuels tragen zu einem besseren Klima bei, allerdings sind sie heute noch deutlich teurer als die fossilen Energieträger. Diese Kosten sollen aber künftig gesenkt werden. Der Plan ist, dass die Kosten der Herstellung zwischen 90 Cent und 1,40 Euro je Liter betragen, und zwar bis zum Jahr 2030. Das wiederum würde dann bedeuten, dass es zu strombasierten Systemen eine gute Alternative geben würde.

Tatsache ist, dass flüssige Kraft- und Brennstoffe heute zu mehr als einem Drittel des deutschen Primärenergieverbrauchs beitragen. Das ist eine Aussage des IWO (Institut für Wärme und Oeltechnik). Damit sind sie wichtigsten Energieträger in Deutschland. Hinzu kommt, dass flüssige Energieträger und Rohstoffe aus vielen Bereichen nicht wegzudenken sind, wie etwa:

  • im Flug- und Schiffsverkehr
  • als Vorprodukte in der Chemie

Die Vorteile wären enorm, würden diese flüssigen Energieträger erneuerbar hergestellt sein. Allerdings fehlt bis zum Erreichen der Marktreife noch einiges an Entwicklung.

Wird nun die Entwicklung dieser Kraftstoffe weiter ausgebaut, dann würden sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten ergeben, wie zum Beispiel:

  • im Verkehrsbereich
  • im Wärmemarkt
  • in der Chemiewirtschaft

Für die Nutzung der E-Fuels wären nicht einmal teure Umrüstungen nötig und für alte Motoren und Heizungen würde dies eine klimafreundliche Perspektive bedeuten. Hinzu kommt, dass sich CO2-neutrale flüssige Kraft- und Brennstoffe gut speichern lassen, was im Endeffekt eine netzunabhängige Versorgung bedeutet. Passende Transport- und Infrastrukturen bestehen bereits. Mit all diesen Vorteilen im Gepäck will nun die Mineralölwirtschaft bei den politischen Entscheidern in Berlin die Bedeutung neuer flüssiger Energieträger hervorheben. Sie müssen einfach als Alternative für die Zukunft der Energieversorgung anerkannt werden.

Damit der Klimafortschritt auch im Ganzen funktioniert, muss laut Mineralölwirtschaft erst einmal veraltete Brennwerttechnik ersetzt werden. Möglich ist das zum Beispiel mit hybriden Systemen. Allerdings soll die Brennwertförderung laut derzeitigen politischen Absichtserklärungen ab 2020 auslaufen, was die Sache erschwert. Danach soll es nur noch Förderungen für Hybridanlagen geben, was ein Abschrecken der Investoren mit sich führen würde. Diese Förderentscheidung sollte im Bundeswirtschaftsministerium revidiert werden. Das sieht zumindest IWO-Geschäftsführer Adrian Willig so: „Die Austauschförderung für hocheffiziente Brennwerttechnik muss daher unbedingt beibehalten und weiter ausgebaut werden. Eine attraktive Steuerförderung für energetische Sanierungsmaßnahmen wäre hier ein großer Fortschritt.“

Auch in einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Industrie-, Eigentümer- und Verbraucherverbänden war man sich darüber einig, dass eine energetische Sanierung voranschreiten muss. Von Zwangsmaßnahmen für die Heizungsmodernisierung will man aber absehen. Anstelle dessen müssen Anreize geschaffen, sagt ZVSHK (Zentralverband Sanitär Heizung Klima)-Hauptgeschäftsführer Andreas Müller: „Wenn ein Investitionskapital von beispielsweise 10.000 Euro vorhanden ist, könnte man für diese Investoren eine konkrete Sanierungsmaßnahme – zum Beispiel die Erneuerung der Heizungsanlage – definieren und in einfachen Schritten, steuerlich oder durch einen direkten Zuschuss, finanziell fördern. Es geht dabei um eine wichtige Lenkungsfunktion und um die klaren Botschaften ‚Mach das – Das Geld ist gut angelegt – Die Energieeinsparung ist wichtig‘.“

Fasst man zusammen, muss also gesagt werden, dass klimaneutrale, regenerative Kraftstoffe eine wachsende Bedeutung haben und einen ganz großen Teil der Klimaziele übernehmen können. Was den Wärmemarkt angeht, muss vorher aber nach Vorstellung der Mineralölwirtschaft alte Heiztechnik durch moderne Brennwerttechnik ersetzt werden.