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Schlechte Öko-Bilanz für Bitcoin

Bitcoin ist in aller Munde, aber ob sich eine Investition wirklich lohnt, kann an dieser Stelle nicht gesagt werden. Tatsache dagegen ist, dass die Bitcoin-Digitalwährung der Umwelt schadet. Und in diesem Punkt sind sich alle einig.

Die Frage an dieser Stelle ist nicht, ob ein Crash in der Bitcoin-Währung ansteht oder ob sich Investments lohnen, sondern was getan werden kann, um die Ökobilanz zu verbessern. Die Integrität der Digitalwährung wird nämlich durch ein gigantisches Computernetzwerk gewährleistet. Es müssen sämtliche Bitcoin-Transaktionen verifiziert werden und dann das unendliche Logbuch ("Blockchain") in Datenbanken gespeichert werden.

Die Menge an Strom, den die so genannten Miner weltweit verbrauchen, lässt sich schwer schätzen, aber Alex de Vries, einer der weltweit führenden Kryptowährungs-Experten, hat in seinem Blog Digiconomist zum Beispiel einmal berechnet, dass durch das Bitcoin-System derzeit 32,5 Terawattstunden verbraucht würden. Und seine Berechnungen besagen auch, dass eine Bitcoin-Transaktion in etwa 237 Kilowattstunden verbraucht, was ungefähr so viel wie der monatliche Durchschnittsverbrauch in einem kleineren Einfamilienhaus in Deutschland ist.

Diese Zahlen sind aber umstritten. Der französische Bitcoin-Experte Marc Bevard beispielsweise zweifelt an der Berechnungsgrundlage. Aber selbst wenn, schaut man sich einmal die Zahlen an, dann wird schnell klar, dass selbst die Hälfte des Strombedarfs mehr als viel ist. Eine ökologische Nachhaltigkeit des Bitcoin gibt es nicht. Die Transaktionen und die tägliche Schlacht um die wenigen Bitcoin-Einheiten treiben die Rechnerleistungen in die Höhe. Dazu kommt die steigende Nachfrage. Alles in allem sagt Thomas Mayer, der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, im Deutschlandfunk: „Es ist nicht ganz einfach, diese Eigentumsübertragungen zu verifizieren. Dazu braucht es erhebliche Rechnerleistung. Und der eigentliche Vorteil dieser Technik, nämlich schnell, günstig Eigentumsübertragungen zu erfassen, löst sich jetzt langsam auf, denn es dauert immer länger oder kostet immer mehr, um diese Eigentumsübertragung zu verifizieren."

Damit sich der gesamte Bitcoin-Dschungel überhaupt lohnt, weicht man mitunter in Länder aus, in denen Strom nicht viel kostet. Dazu gehört auch China, und hier werden ca. zwei Drittel des Stroms aus fossilen Brennstoffen erzeugt. Diese ganzen Fakten betrachtend hat Bram Cohen, der Erfinder des Filesharing-Systems BitTorrent, angekündigt, eine eigene Digitalwährung herauszubringen. Seine Technologie soll weniger Energie verbrauchen. Hierbei soll nicht die Prozessorleistung, sondern die Speicherkapazität wichtig sein. Er sagt: „Die Idee ist, einen besseren Bitcoin zu schaffen. Es ist technisch anspruchsvoll und es gibt einen großen Berg von Arbeit zu erledigen."