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Entrauchen und Entlüften mit Dachventilatoren

Entrauchung und Entlüftung dient dem Schutz von Menschenleben und Sachwerten. In diesen Bereichen gibt es keine Kompromisse, dennoch kann man nach wirtschaftlichen Lösungen suchen. Die Gebäudehüllen werden immer dichter, und so ist es unabdingbar, zusätzlich zur Entrauchung auch eine Entlüftung einzuplanen. Und diese beiden Vorgänge sind auch über die gleichen Ventilatoren realisierbar.

Eine Lösung für das Kombinieren von Entrauchungs- mit Entlüftungsanlagen sind die so genannten kanalungebundenen Systeme. Das sind Ventilatoren, die große Räume wie Industriehallen und öffentliche Gebäude über das Dach entlüften. Diese Systeme bringen verschiedene Vorteile mit sich:

  • Kostenersparnis durch die Nutzung der gleichen Ventilatoren für Entrauchen und Entlüften
  • es werden insgesamt weniger Ventilatoren gebraucht
  • die Zahl der Dachöffnungen ist geringer
  • Kostenersparnisse im Lebenszyklus, wie etwa kombinierte technische Wartungen


Auf der anderen Seite stehen natürlich die Anforderungen an die Systeme, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Nachfolgend sind einige Anforderungen für die Entrauchung und auch für die Entlüftung aufgeführt:

1. Entrauchung
Eine sichere Methode ist die Nutzung von Brandgasventilatoren, mit denen auch entlüftet werden kann. Das kann mit leistungsmodulierten EC-Motoren erreicht werden, denn diese lassen sich bedarfsgerecht steuern und brauchen weniger Strom als AC-Motoren.  Die Motoren müssen aber:

  • vom Luftstrom getrennt sein, damit im Brandfall  hohe Rauchgastemperaturen gefördert werden können
  • eine definierte Rauchgastemperatur über 120 Minuten tolerieren (in der Regel 300 - 600 °C)
  • der Brandgasventilator selbst muss eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) haben


2. Entlüftung
Lüftungsstandards für Hallen sind in den „Technischen Regeln für Arbeitsstätten“ (ASR) geregelt, für Aufenthaltsräume gilt die DIN 1946. Wichtig für die Systeme sind auch der vereinbarte Volumenstrom, der im Brandschutzkonzept festgelegt ist und die gewünschten klimatischen Bedingungen des Raumes. Dabei sind unter anderem zu beachten:

  • bedarfsgerechter Luftaustausch
  • CO<sub>2</sub>-abhängiger Luftaustausch
  • Entfeuchtung
  • konstante Temperaturhaltung
  • Vermeidung von Luftzügen und Geräuschbelastungen