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Sind die Stromspeicher nun fit für den Markt?

Stromspeicher sind nach wie vor ein heiß diskutiertes Thema, wenn es um eigenen Strom und die Energiewende geht. Der Trend der Entwicklungen geht momentan dahin, dass die Speichersysteme günstiger werden und deren Effizienz deutlich zunimmt. Warum ist es trotzdem so, dass der Durchbruch nicht so recht vonstattengeht?

Welche Arten von Stromspeichern für den Hausgebrauch gibt es eigentlich?

Es gibt zum einen bleibasierte Akkus, so wie sie in Autos benutzt werden. Bleiakkus haben den Vorteil, dass sie günstige Modelle sind, allerdings lassen Leistung und Langlebigkeit zu wünschen übrig. Zum zweiten gibt es die Lithium-Akkus, die viel mehr Leistung bringen, langlebig sind und auch viel leichter als Bleiakkus. Allerdings ist diese Variante auch viel teurer. Des Weiteren hält der Markt noch Natrium-Schwefel-Speicher und Redox-flow-Akkumulatoren bereit. Diese Modelle arbeiten mit Vanadium, Natrium und Zink sowie Brom oder deren Verbindungen.

Die Lithium-Akkus sind diejenigen, die langsam aber sicher den Markt beherrschen. die Springer-Autoren Hendrik Kondziella, Kristina Brod, Thomas Bruckner, Sebastian Olbert und Florian Mes sagen dazu in ihrem Beitrag "Stromspeicher für die Energiewende – eine akteursbasierte Analyse der zusätzlichen Speicherkosten": "Aufgrund ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sowie des anzunehmenden starken Kostensenkungspotenzials wird erwartet, dass Lithium-Ionen-Batteriespeicher die derzeit noch dominierenden Blei-Systeme bis 2030 von der führenden Marktposition verdrängt haben werden."

Für diesen Beitrag haben die Autoren alle am Markt erhältlichen Speicher untersucht, besonders hinsichtlich der Kosten.

Warum hat noch nicht jedermann einen Stromspeicher zu Hause?

Besitzer einer Photovoltaikanlage (PV) oder eines Blockheizkraftwerk (BHKW), also diejenigen, die einen Stromspeicher gut gebrauchen könnten, haben eine festgefahrene Meinung. Diese Meinung besagt, dass die Kosten für solch einen Speicher einfach zu hoch sind. Es gibt wirklich unwahrscheinlich teure Speichersysteme, die am Ende keinerlei Einsparung bringen, es gibt aber auch fertige Speicher für ca. 5.500 Euro – das sollte man wissen.

Größere Probleme als der Preis bereiten viel eher politische und rechtliche Aspekte. Ganz besonders viel Diskussionsstoff bietet die Einspeisevergütung durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Hiernach ist der Eigenverbrauch wenig attraktiv. Aber auch diese Einspeisevergütung wird kontinuierlich weniger. Es ist in der Tat so, dass schon in den nächsten fünf Jahren die ersten Anlagen aus der Förderung herausfallen.

Fällt der Anlagenbesitzer nun aus der Förderung heraus, bieten sich ihm zwei Möglichkeiten. Zum einen kann er seinen Strom mit dem neuen EEG 2017 im regionalen Markt selbst veräußern und zum anderen könnte er einen Stromspeicher installieren und seinen Eigenverbrauch in die Höhe treiben.