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Änderung EEG-Umlage ab 2018

Die Änderungen bezüglich der EEG-Umlage ab diesem Jahr bedeuten für viele KWK-Anlagenbetreiber nichts Gutes, denn sie müssen ab dem 1. Januar 2018 rund 4 Cent/kWh mehr EEG-Umlage auf Eigenstrom zahlen.

Das Erneuerbare-Energien Gesetz (EEG) sah bisher eine Sonderregelung für die Erhebung der EEG-Umlage auf Eigenstromverwendung für KWK-Anlagen, die seit dem 1. August 2014 neu in Betrieb genommen wurden, vor. Demnach mussten die Betreiber lediglich eine anteilige EEG-Umlage für die selbst verwendete KWK-Strommenge in Höhe von 40% zahlen. Die EU-Kommission hat diese Regelung nun für 2018 nicht mehr genehmigt, damit es keine Überförderung für Großanlagen gibt.

Das wiederum heißt nun, dass für den KWK-Strom, der selbst genutzt wird, die volle EEG-Umlage in Höhe von 6,79 Cent/kWh an den Stromnetzbetreiber abgeführt werden muss. Betroffen von der nicht genehmigten Regelung sind nun alle Betreiber von KWK-Anlagen, die ab dem 1. August 2014 in Dauerbetrieb genommen wurden oder nach diesem Datum erstmals eine Eigenversorgung aufgenommen haben. Ausgeschlossen sind kleine Anlagen unter 10kW, für diese entfällt die Umlagebefreiung erst ab einer Strommenge über 10.000 kWh pro Jahr.

Diese Änderung hat jetzt erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, es sind mehrere tausend Unternehmen betroffen. Zusätzlich trifft diese Regelung auch Schulen, Freizeitbäder, Krankenhäuser, Altenheime, Hotels und Wohngebäude. Ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung: Eine KWK-Anlage mit 500 kW elektrischer Leistung in einem Krankenhaus kostet den Betreiber jetzt rund 140.000,- Euro an zusätzlicher EEG-Umlage pro Jahr. Experten rechnen nun außerdem mit einem Einbruch am KWK-Markt. Man spricht von einer wirtschaftlichen Vollbremsung für die Anbieter von KWK-Anlagen in Deutschland, es stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Auch die Refinanzierungszeiten vieler KWK-Anlagen erhöhen sich drastisch. Markus Gailfuß vom BHKW-Infozentrum sagt: „Bei derart langen Refinanzierungszeiten wird nahezu kein Industriebetrieb in eine hocheffiziente KWK-Anlage finanzieren.“

Die Branche geht außerdem davon aus, dass es so schnell keine Neuregelung der EEG-Umlage für KWK-Anlagen, die nach dem 1. August 2014 in Betrieb gegangen sind, gibt. Markus Gailfuß dazu:  „Die Erfahrungen der Vergangenheit haben leider gezeigt, dass nach Vorliegen eines Gesetzes zwischen 4 und 12 Monate bis zur beihilferechtlichen Genehmigung vergehen.“ Bis zur Einigung mit der EU-Kommission muss die volle EEG-Umlage auf die Eigenstromversorgung gezahlt werden. Das BHKW-Infozentrums Rastatt prognostiziert für 2018 zusätzliche Kosten im unteren dreistelligen Millionenbereich.