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Linde-Chef Aldo Belloni spricht für Wasserstoff

Der Linde-Chef Aldo Belloni äußerte sich jüngst in einem Gastbeitrag gegenüber dem Handelsblatt positiv über Wasserstoff. Er hält die Elektromobilität für überschätzt und spricht sich eindeutig für die Brennstoffzelle aus.

Über eines sind sich laut Belloni alle einig, nämlich darüber, dass wegen des Klimawandels neue Wege gegangen werden müssen. Er sieht die Lösung für die Umweltprobleme aber nicht in der gegenwärtig bevorzugten batterieelektrischen Mobilität, sondern vielmehr in der mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzelle. Alle Sorgen und Herausforderungen in diesem Bereich sind gemeistert und die Vorteile überwiegen jetzt:

  • die Technologie funktioniert und ist ausgereift
  • es handelt sich um bezahlbare Technik
  • es werden keinerlei Emissionen erzeugt
  • die Reichweite der Brennstoffzellen ist groß
  • der Tankvorgang geht schnell vonstatten


Wird nun der Wasserstoff auch noch mit Biomasse, Sonnen- oder Windenergie erzeugt, dann entsteht überhaupt kein schädliches Klimagas mehr und das ist schließlich das Ziel.

Dazu kommt die Tatsache, dass sich Wasserstoff hervorragend als Energiespeicher für elektrischen Strom eignet. Mit Wasserstoff können große Mengen Energie aus erneuerbaren Energiequellen über Monate gespeichert werden und die Kosten dafür sind auch überschaubar. Was natürlich den Ausbau der Technologie hemmt, ist die Infrastruktur, deren Ausbau nur langsam voranschreitet und auch Serienfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb ließen lange auf sich warten.

Trotzdem sollten die Chancen laut Belloni, die sich mit Wasserstoff bieten, nicht ungenutzt bleiben. Das Potential der Wasserstofftechnologie ist enorm, das hat vor kurzem auch das Hydrogen Council – ein Zusammenschluss von 17 Industrieunternehmen – in einer Studie vorgestellt. Nach dieser Studie kann die Industrie rund um den Wasserstoff bis zum Jahr 2050 weltweit Umsätze in Höhe von 2,5 Billionen US-Dollar generieren und mehr als 30 Millionen Arbeitsplätze schaffen. Diese Zahlen sind durchaus beeindruckend. Außerdem kann der Energieträger weltweit dazu beitragen, die Emissionen um bis zu 20 Prozent zu senken.

Belloni ist der Ansicht, dass die Zeit für Wasserstoff gekommen ist. Besonders im Bereich der Sektorkopplung, also der Zusammenführung von Mobilität und Energieversorgung ist „grüner“ Wasserstoff unersetzbar. Und die Voraussetzungen sind gegeben:

  • die Technologien sind alle verfügbar
  • das Know-how ist da
  • Serienfahrzeuge sind auf dem Markt
  • Bahnverkehr: in Norddeutschland gehen ab 2021 insgesamt vierzehn Brennstoffzellenzüge der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen an den Start
  • die Stadtwerke Mainz mischen ihrem Erdgasnetz in einem ausgewählten Gebiet zehn Prozent „grünen“ Wasserstoff bei
  • die Technologie findet breite Anwendung und funktioniert sicher und zuverlässig