Zum Inhalt springen

Bioenergie als Heizalternative

Würde man die vorhandenen Bioenergietechnologien wirklich ernsthaft nutzen, dann würden sich damit wirkliche Alternativen zu klimaschädlichen Öl- und Erdgasheizungen ergeben. Die Bioenergiebranche ist für die Heizperiode bestens gerüstet.

Bioenergietechnologien und ihre Nutzung

Tatsache ist, dass die Technologien im Bereich Bioenergie viel zu bieten haben. Sie arbeiten umweltschonend und günstig. Sie stellen eine echte Alternative zu Öl- und Gasheizungen dar. Sie müssen nur genutzt werden. Die Biomasseheizkraftwerke und die landwirtschaftliche Biogasanlagen sind auch in der Lage, klimafreundliches Heizen zu gewährleisten, genauso wie es Holzheizungen tun.

Und in der Tat nutzen bereits viele Wohnhäuser, Schulen, Turnhallen und Schwimmbäder diese Heizungsmethoden. Sie sind über Nahwärmeleitungen an Bioenergieanlagen angeschlossen. Es gibt in Deutschland auch einige Bioenergiedörfer, die sich weitestgehend energieautark selbst versorgen. Es handelt sich hierbei um eine sichere und preiswerte Wärme - Versorgung über Energiegenossenschaften, von der die Anlagenbetreiber genauso profitieren wie die Hausbesitzer, die ihre Heizung aufdrehen.

Die Zahlen im Hintergrund

Es ist Tatsache, dass mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs in Deutschland auf die Wärmeerzeugung entfällt. Das teilt sich auf in den Bedarf für Raum- und Prozesswärme. Leider wächst der Anteil der Erneuerbaren Energien im Wärmebereich seit Jahren nicht mehr. Er liegt schon seit Langem bei rund 13 Prozent. Davon wiederum wird ungefähr 90 Prozent aus Biomasse erzeugt.

Daran sieht man schon, dass Biomasse und ihre nachhaltige und effiziente energetische Nutzung essentiell für eine wirtschaftliche und sozial verträgliche Wärmewende sind. Besonders im Bereich industrieller Prozesswärme im Hochtemperaturbereich ist die Biomasse gar nicht wegzudenken, denn es gibt dafür keine Alternative.

Im Jahr 2016 stellten Holzheizkraftwerke, Biogasanlagen und Holzheizungen insgesamt 148 Terawattstunden Wärme bereit. Damit wurden an die 12 Prozent des deutschen Endenergiebedarfs für die Wärme- und Kälteerzeugung gedeckt.

Die künftige Entwicklung der Bioenergie

Momentan stockt der weitere Ausbau der Bioenergie im Bereich der Wärmeversorgung. Erforderlich für eine effizientere Nutzung und den weiteren Ausbau wären passendere Rahmenbedingungen, die die Bundesregierung auf den Weg bringen müsste. Das betrifft sowohl den Ausbau der Bioenergie in effizienten dezentralen Heizungen als auch in Wärmenetzen. Experten sehen auch großes Potenzial im bestehenden Anlagenpark biogener Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Damit könnte der Ausbau der klimafreundlichen Wärmeerzeugung auch voran gebracht werden.

Um die Entwicklung voranzutreiben, werden einige Forderungen seitens der Branche gestellt. Dazu gehören:

  • die klimaschädlichen Emissionen von fossilen Brennstoffen sollen sich im Endkundenpreis niederschlagen
  • Kommunen sollen als Koordinator der Wärmewende auftreten
  • Kommunen sollen durch Wärmeplanung die Potenziale Erneuerbarer Wärmequellen vor Ort ermitteln und erschließen
  • es müssen Maßnahmen her, den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Gebäudebestand betreffend, wie zum Beispiel eine Pflicht zum Einsatz Erneuerbarer Energien bei einem Heizungstausch