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Alte Auto-Batterien für die Stromversorgung bei BMW und Daimler

Die Autobauer BMW und Daimler zeigen, wie man die alten, ausgedienten Batterien für Elektroautos weiter verwenden kann, ohne sie teuer entsorgen zu müssen. Sie bescheren den Batterien quasi ein zweites Leben.

Ein Beispiel ist das BMW - Werk in Leipzig. Hier werden 75 Prozent der benötigten Energie für die Fertigung durch Windkraft selbst erzeugt. In diesem Werk werden seit vier Jahren die ersten BMW-Batterieautos produziert, die i3s. In dieser Zeit liefen genau 100.000 Autos vom Band. Jetzt kommen die ersten Rückläufer zurück ins Werk, genau vier Jahre nach der Auslieferung sind die ersten i3-Akkus wieder da. Und genau diese Akkus werden hier weiter verwendet. BMW hat nämlich 500 i3-Akkus zusammengeschaltet. Davon sind nicht alle, aber viele gebraucht. Außerdem wurden viele Batterien gegen neuere Akkus mit größerer Reichweite ausgetauscht und die alten hier wieder zum Leben erweckt. Dazu kommen Batterien, die von BMW als Ersatzteile vorgehalten werden. Alle Akkus zusammen speichern jetzt den von den Windrädern auf dem Gelände produzierten Strom und stellen ihn bei Bedarf zur Verfügung. Dieser große Speicher soll Spitzen sowohl bei der Erzeugung als auch beim Verbrauch abfangen.

BMW sagt dazu, dass es sich hierbei nicht nur um einen Sammelort für alte Akkus handelt, sondern auch ein eigenständiges Geschäftsmodell dahinter steht. Die Ziele des Geschäftsmodells sind folgende:

  • Es soll künftig vermieden werden, zusätzlichen Strom einkaufen zu müssen.
  • Es sollen die Energiekosten gesenkt werden.
  • Nicht benötigte Energie soll ins Netz eingespeist und verkauft werden.

 

Die Riesen - Batterie bei BMW kann auch noch aufgestockt werden, nämlich auf bis zu 700 i3-Batterien. Die Kapazität des Speichers würde dann 15 Megawattstunden (MWh) entsprechen. Natürlich wäre solch ein Konzept auch an anderen Standorten realisierbar, je nachdem, ob es sich in Leipzig bewährt.

Das Positive an der Sache ist natürlich, dass die Batterien insgesamt eine viel längere Lebensdauer haben, wenn sie in einem solchen Speicher ihre zweite Verwendung finden. Bei BMW denkt man, dass die Batterien noch zehn Jahre nach dem Ausbau aus dem Auto nutzbar bleiben.

Aber nicht nur BMW verlängert die Lebensdauer der Batterien, auch andere Autobauer haben ähnliche Projekte gestartet. So hat zum Beispiel Daimler in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Hannover eine vergleichbare Speicherfarm in Betrieb genommen. Hier sollen 1800 Austausch-Akkus für E-Smarts zusammengeschaltet eine Speicherkapazität von bis zu 17,4 MWh haben. Das wird aber erst bei Erreichen der vollen Ausbaustufe Anfang nächsten Jahres so weit sein. Auch dieser Speicher ist übrigens an das allgemeine Stromnetz angeschlossen.