Zum Inhalt springen

Klimaschutz - Sofortprogramm 2018 - 2020

Das Klimaziel 2020, rund 40 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 auszustoßen, ist hoch gesteckt und könnte weit verfehlt werden.

Das Bundesumweltministerium hat berechnet, dass Deutschland seine Ziele um mindestens acht Prozentpunkte verfehlen wird, wenn nicht schleunigst – d.h. in den nächsten zwei Jahren - etwas passiert. Aus diesem Grund gibt es das „Klimaschutz - Sofortprogramm 2018 – 2020“. Es handelt sich hierbei um einen Maßnahmenkatalog, der von Umwelt- und Entwicklungsverbände sowie Landeskirchen erstellt wurde und der fordert, jetzt tätig zu werden. Die Klimapolitik soll sofort die Weichen für die Folgejahre stellen.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden hier im Einzelnen kurz aufgeführt:

Kohlekraftwerke

Gefordert wird die Stilllegung der Hälfte der Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2020. Deutschland sollte schnellstens aus der Kohleverstromung aussteigen. Natürlich darf dabei nicht vergessen werden, die Versorgungs-, Netz- und Systemsicherheit weiterhin zu gewährleisten. Hier ist die Regierung in der Pflicht.

Erneuerbare Energien

Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss weiter vorangetrieben und beschleunigt werden. Weiterhin muss mehr Energie in höhere Effizienzen gesteckt werden und die Investitionen in eine alternative Wärmebereitstellung müssen erhöht werden.

Verkehr

Im Bereich Verkehr wird die Bundesregierung aufgefordert, ein Verkehrswendekonzept vorzulegen. Darin sollen erstens die Elektromobilität vorangebracht und zweitens Schienenverkehr gestärkt werden. Außerdem wird eine am CO2-Gehalt festgemachte Besteuerung von Kraftstoffen gefordert.

Wärme

Auch die Forderungen im Wärmebereich sind eindeutig. Das Gebäudeenergie-Gesetz soll verabschiedet werden und die Effizienzstandards für Neubauten sollten angehoben werden. Insgesamt ist eine Klimaneutralität aller Gebäude bis zum Jahr 2050 gefordert. Auch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für mehr erneuerbare Energien ist gefordert, um Wärmepumpen, Solarthermie oder Wärme-Bioenergie attraktiver zu machen.

Landwirtschaft

Im Bereich der Landwirtschaft soll es künftig auch naturverträglicher zugehen. So sollen unter anderem die Maßnahmen im Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 der Bundesregierung umgesetzt werden und die Düngung soll reduziert werden. Vorgeschlagen wird auch eine Abgabe auf Stickstoffmineraldünger.

Ein Unterstützer des vorgestellten „Klimaschutz - Sofortprogramm 2018 – 2020“ ist Wolfgang Lucht, Wissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen. Er sagt: „Die von den Verbänden im Klimaschutz-Sofortprogramm geforderten Maßnahmen stehen vollständig im Einklang mit dem, was aus Sicht der klimawissenschaftlichen Forschung notwendig ist.“ Er meint, dass nur ein sofortiger, schneller Einstieg in den Ausstieg aus der Kohle Deutschland noch auf den Klimaschutz-Pfad führen könne.

Was im neuen Maßnahmenkatalog aber fehlt, ist der Bereich der Bioenergie. Bioenergie könnte auch zum Klimaschutz beitragen, zum Beispiel durch Güllevergärung, Gärrestdüngung oder durch die Strombereitstellung mit Biokraftstoffen.