Zum Inhalt springen

Potentialanalyse für solaren Mieterstrom

Eine Potentialanalyse für solaren Mieterstrom hat jetzt erstaunliche Zahlen ergeben. Demnach könnten ca. 1,4 Millionen Mieter in Deutschlands größten Städten ihren Strom aus Photovoltaik-Anlagen beziehen.

Bis zu 33.000 Photovoltaik-Anlagen könnten auf großen Wohngebäuden installiert werden. Die Potentialanalyse wurde durchgeführt durch folgende Verbände:

  • der Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW)
  • der Deutsche Mieterbund (DMB)
  • der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar)
  • der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e.V. (eaD)

 

Damit das auch umgesetzt werden kann, sind einige Schritte notwendig. Und zu diesem Zweck arbeiten Wohnungswirtschaft, Mieterbund, Solarwirtschaft und Energie- und Klimaschutzagenturen eng zusammen. Sie wollen:

  • Mietstromangebote schnell verbreiten
  • viele Mieter über die Vorteile von PV-Anlagen und Solarstrom aufklären
  • Wohnungs- und Energiewirtschaft über die Chancen alternativer Mietstromangebote informieren
  • den PV-Ausbau vorantreiben
  • den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren

 

Die Ergebnisse der Potentialanalyse haben viele positive Reaktionen hervorgebracht. Nachfolgend sind einige aufgeführt.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), Carsten König, sagt beispielsweise: „Jetzt geht es endlich los mit dem Mieterstrom in Deutschlands Metropolen. Stark gesunkene Photovoltaik-Preise und das neue Mieterstromgesetz der Bundesregierung machen dies möglich. Wir beobachten am Markt eine stark wachsende Zahl an Akteuren, die aus den Startlöchern kommen und Mieterstromprojekte umsetzen wollen.“

Auch Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), ist erfreut: „Mieterstromprojekte sind ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Energiewende im Wohngebäudebereich. Um das Potenzial voll auszuschöpfen, müssen aber noch Hemmnisse aus dem Weg geräumt werden. Wohnungsunternehmen, die Strom aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) lokal erzeugen wollen, werden gravierend steuerlich benachteiligt. Sobald sie den erzeugten Strom ins allgemeine Netz einspeisen oder den Mietern zur Verfügung stellen, wird die eigentlich gewerbesteuerbefreite Vermietungstätigkeit gewerbesteuerpflichtig. Das Gewerbesteuergesetz muss hier dringend angepasst werden.“

Der Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten, spricht sich auch für den Mieterstrom aus erneuerbaren Energien aus: „Mit Mieterstrom können sich Mieter erstmals aktiv und ganz bewusst für saubere Energie, für Umwelt- und Klimaschutz entscheiden. Der Erfolg von Mieterstrom wird aber im Wesentlichen von der Attraktivität des Strompreises abhängen. Die vorhandenen Potenziale können nur dann ausgeschöpft werden, wenn Mieterstrom deutliche Kostenvorteile mit sich bringt.“

Herr Michael Geißler, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e.V. (eaD), erklärt außerdem zum Thema: „Wir brauchen so viele ungenutzte Dachflächen wie möglich, um in den Städten die kommunalen Klimaschutzziele zu erreichen. Mieterstrom ist ein guter Anfang, in Zukunft brauchen wir weitere kreative Modelle für Dienstleistungen und Direktvermarktung. Dadurch können wir die Partizipation breiter Bevölkerungsschichten an der Energiewende erhöhen und sie sozialverträglicher ausgestalten.“

 

Die Verbände rufen allerdings auch die Politik auf, sich an der Weichenstellung für den Mieterstrom aus regenerativen Energien zu beteiligen. Sie fordern:

  • eine Befreiung von der EEG-Umlage für Mieterstrom, der nicht durch das öffentliche Stromnetz geleitet wird
  • keine steuerlichen Nachteile für Vermieter, wenn sie Strom aus hauseigenen Anlagen liefern
  • die Möglichkeit mit dem Mieterstrom endlich die Mieter den Eigenheimbesitzern gleichzustellen

 

Auf jeden Fall sprechen die Analyseergebnisse für sich, schließlich könnten:

  • PV-Anlagen mit einer Leistung von bis zu 1,1 GWp installiert werden
  • 500.000 Tonnen CO2 eingespart werden

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das PV-Mieterstromgesetz mit seinem Fördermechanismus künftig von allen Marktteilnehmern aufgegriffen wird.

 

Der Mietstrom wird generell auf dem Gebäude durch Solarenergie erzeugt und anschließend direkt an die Nutzer geliefert. Das Versorgungsnetz wird damit nicht belastet. Dadurch entfallen folgende staatliche Abgaben:

  • Netznutzentgelte
  • Konzessionsabgaben
  • KWK-Umlage
  • Stromsteuer

 

Was allerdings auch für Mieterstrom gilt, sind die die Mehrwertsteuer und die volle EEG-Umlage von derzeit rund 7 Cent je Kilowattstunde.