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Versteckte Kosten für Strom aus Kohle und Atom

Weil nach dem EEG-Prinzip mit einer EEG-Umlage, die zusätzliche und externe Kosten decken soll, der Verbraucher zusätzlich auf seiner Stromrechnung belastet wird, sind unter dem Strich die erneuerbaren Energien teurer. Aber ist das wirklich so? Geht die Rechnung wirklich auf? Zu diesem Zweck gab es jetzt eine Studie.

Die Studie

Die besagte Studie wurde vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) durchgeführt, und zwar im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy. Greenpeace Energy eG ist selbst Energieversorger und will vor allem umweltfreundliche Energie liefern. Die FÖS-Wissenschaftler berechneten die tatsächlichen Kosten für konventionelle Energieträger wie Atomkraft oder Kohle und für erneuerbare Energien. Dabei berücksichtigten sie:

  • alle staatlichen Finanzhilfen
  • Steuervergünstigungen
  • gesamtgesellschaftliche Belastungen durch Umwelt- oder Gesundheitsfolgen der Energieträger

 

Alle Punkte wurden außerdem miteinander verglichen und am Ende die reellen Kosten gegeneinander gestellt.

Ergebnisse der Studie

Die Wissenschaftler kamen in ihrer Arbeit zu dem Schluss, dass konventionelle Energieträger wie Atomkraft oder Kohle tatsächlich noch weitere Folgekosten verursachen, die nicht auf den Strompreis aufgeschlagen werden. Greenpeace Energy kommt daher zu dem Schluss, dass hier eine Ungleichbehandlung vorliegt.

 Die Kosten, die durch konventionelle Energieträger verursacht werden, sind dabei in etwa anderthalb mal höher als die Kosten der erneuerbare Energien. Auch Zahlen wurden veröffentlicht. So betragen die Zusatzkosten der konventionelle Energieträger rund 38 Milliarden Euro, und die werden – wie gesagt – nicht auf den Strompreis umgelegt. Um diese Zahl besser einschätzen zu können: die EEG-Differenzkosten, die auf die Verbraucher umgelegt werden, betragen ca. 24,5 Milliarden Euro.

 Rechnet man jetzt weiter und würden die hohen Zusatz- und Folgekosten und die Belastungen des Staatshaushalts auf den Verbraucher umgelegt werden, dann läge diese Umlage für konventionelle Energien im Jahr 2017 bei bis zu 11,5 Cent pro kWh. Um das wieder vergleichen zu können: Die Umlage aus dem erneuerbare Energiengesetz lag bei 6,35 Cent pro Kilowattstunde Strom.

Empfehlungen der Autoren der Studie

Angesichts der errechneten Zahlen und um allen Energieträgern gleiche Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen, geben die Autoren der FÖS-Studie eindeutige Empfehlungen, wozu folgende gehören:

  • Subventionen für klimaschädliche Energieträger streichen
  • einen nationalen Mindestpreis für CO2-Emissionen einführen
  • EEG-Förderung muss erhalten bleiben, damit die Erneuerbaren Energien weniger benachteiligt sind