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Die grüne Hausnummer

Eine sogenannte Grüne Hausnummer gibt es dann, wenn der Haueigentümer für seine energieeffiziente Bau- oder Modernisierungsweise ausgezeichnet wird. In der Stadt Osnabrück gibt es jetzt einige Grüne Hausnummern, denn es wurden jüngst gleich 18 ihrer Art übergeben.

Auf diese Grüne Hausnummer kann man zu Recht stolz sein, das sieht auch Stadtbaurat Frank Otte so: „Viele Bürger der Stadt Osnabrück tragen durch energieeffizientes Bauen und Sanieren zum Klimaschutz bei. Mit der „Grünen Hausnummer“ haben wir eine Gelegenheit, das zu honorieren.“

Das Interesse war sehr groß und 18 Gebäude im Wettbewerb erfüllten schließlich die Kriterien für eine „Grüne Hausnummer“. Teilgenommen haben auch andere Regionen in Niedersachsen, aber das Interesse in Osnabrück war am größten. Teilgenommen haben die unterschiedlichsten Arten von Häusern, wie zum Beispiel:

  • Einfamilienhäuser in Passivhausbauweise
  • sanierte Mietshäuser
  • Reihenhäuser

 

Unter den ausgezeichneten Objekten befinden sich auch sanierte Altbauten aus der Zeit zwischen 1920 und 1983.

Die Teilnehmer konnten sich außerdem für die Teilnahme an der landesweiten Preisverleihung qualifizieren. Schließlich wurden auch drei nominiert:

  1. Ein saniertes Reihenhaus aus den 1980er Jahren mit einer Photovoltaikanlage und einem elektrischen Speicher.
  2. Ein Plusenergiehaus, bei dessen Bau vor allem nachwachsende Rohstoffe verwendet wurden.
  3. Ein Mietshaus, das Solarenergie nutzt und barrierefrei ausgestattet ist.

 

Im November werden dann von einer Fachjury die besten Beispiele geehrt.

Was ist die Grüne Hausnummer?

Es handelt sich hierbei um ein Kooperationsprojekt der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) und verschiedener regionaler Partner. Mareike Korte von KEAN sagt dazu: „Sie zeichnet Gebäudeeigentümer aus, die nach dem 1. Oktober 2009 energieeffizient saniert oder gebaut haben.“ Frank Otte sieht in der Grünen Hausnummer noch mehr: „Die Grüne Hausnummer ist auch ein Klimaschutzprojekt, Gebäudesanierung und energieeffizientes Bauen sind wichtige Bausteine auf dem Weg, die ambitionierten Klimaschutzziele der Stadt Osnabrück zu erreichen.“

Alles für den Umweltschutz

Sagenhafte 85 Prozent des Energiebedarfs entfallen in privaten Haushalten auf den Verbrauch für Heizung und Warmwasser. Dadurch ergeben sich nachvollziehbarerweise auch enorme Einsparmöglichkeiten. Das fängt bei der Erneuerung der Fassade und Fenster an und hört bei der Sanierung der Technik noch lange nicht auf. Bedenken sollte man auch, dass die CO2-Emissionen sinken, wenn weniger Energie verbraucht wird. Und das wiederum ist gut für den Klimaschutz.

Die Ziele in Osnabrück

Die Stadt Osnabrück hat sich mit dem „Masterplan 100 % Klimaschutz“ hohe Ziele gesetzt. Bis zum Jahr 2050 sollen nämlich die Treibhausgasemissionen um 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden. Außerdem will die Stadt im gleichen Zeitraum den gesamten Energiebedarf halbieren. Die Nutzung von erneuerbaren Energieträgern und Techniken ist in Osnabrück besonders vielfältig. Zum Einsatz kommen hier beispielweise:

  • Wärmepumpen
  • Photovoltaik- und Solarthermieanlagen
  • Anlagen zu Verfeuerung von Biomasse (Holz
  • Stromspeicher
  • unterschiedliche energetische Konzepte

 

Energiesparende Hauskonzepte

Verschiedene Techniken und unterschiedliche energetische Konzepte ergeben auch unterschiedliche Typen von Energiesparhäusern. Nachfolgend eine kurze Übersicht der wichtigsten mit den dazugehörenden Merkmalen.

 

HaustypMerkmal
KfW-Effizienzhaus 55
  • nur 55 Prozent des Primärenergiebedarfs eines vergleichbaren Neubaus wird bei diesem Haustyp benötigt
Passivhaus
  • sehr gute Dämmung
  • Wärmerückgewinnung und energiesparende Kubatur
  • Wärme entsteht zum großen Teil durch Körperwärme der Bewohner, elektrische Geräte und Sonneneinstrahlung
Sonnenhaus
  • weitgehend solarbeheiztes Gebäude
Nullenergiehaus
  • es wird rechnerisch genau so viel Energie am Haus produziert, wie anschließend für Heizung, Warmwasser und Anlagentechnik verbraucht wird
Plus-Energie-Haus
  • erwirtschaftet seine Energie selbst
  • kann darüber hinaus einen Überschuss an Energie produzieren