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Registrierungspflicht für Stromspeicher

Die Zahl der Stromspeicher für Photovoltaikanlagen steigt. Das hat unterschiedliche Gründe, wozu die Steigerung der Eigenversorgung genauso zählt wie der Wunsch, etwas gegen Strompreissteigerungen und Netzausfälle zu tun.

Momentan sind ca. 50.000 private Stromspeicher in Betrieb. Die Tendenz ist steigend. Natürlich steigt die Attraktivität der Speicher auch mit den Fördermitteln der KfW und der Bundesländer. Was aber die wenigsten Anlagenbetreiber wissen, ist die Tatsache, dass Stromspeicher bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden müssen, und zwar schon seit dem 01.08.2014.

Registriert werden müssen grundsätzlich alle Speicher, die ab dem genannten Zeitpunkt in Betrieb genommen und die ausschließlich mit Strom aus Erneuerbaren Energien geladen wurden. Festgehalten wurde das Ganze zunächst in der Anlagenregisterverordnung und dann in der geltenden Marktstammdatenregisterverordnung. Die Versordnungen beziehen sich auf den „Anlagenbegriff“, wie er im EEG 2014/2017 beschrieben ist. Dazu hier der entsprechende Auszug aus § 3 Nr. 1 EEG 2017:

„Anlage [ist] jede Einrichtung zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien oder aus Grubengas, wobei im Fall von Solaranlagen jedes Modul eine eigenständige Anlage ist; als Anlage gelten auch Einrichtungen, die zwischengespeicherte Energie, die ausschließlich aus erneuerbaren Energien oder Grubengas stammt, aufnehmen und in elektrische Energie umwandeln.“

Da bis zum August 2017 gerade einmal 135 Speicher bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) registriert wurden, geht man davon aus, dass die meisten Anlagenbetreiber von der Meldepflicht gar nichts wissen. Es ist auch gar nicht so einfach, die Bestimmungen des EEG und die sonstigen juristischen Regelungen zu verstehen. Auch auf den Internetseiten der BNetzA findet man sich sehr schlecht zurecht. Das notwendige Online-Meldeformular zum EE-Anlagenregister steht außerdem auch erst seit Beginn dieses Jahres zur Verfügung.

Auf jeden Fall muss zur Registrierung des Speichers das von der BNetzA zur Verfügung gestelltes Online-Meldeformular zum EE-Anlagenregister genutzt werden. Dazu muss das Meldeformular heruntergeladen werden und mit den erforderlichen Daten befüllt werden. Dazu gibt die Bundesnetzagentur den Ratschlag, das ganze pdf-Meldeformular bis zum Ende durchzugehen, weil sich bestimmte energieträgerspezifische Datenfelder erst am Ende befinden. Anschließend sollte man das Formular abspeichern und per E-Mail an die benannte Adresse schicken. Eine Alternative ist das Ausdrucken und Versenden per Post.

Außerdem finden sich auf den Internetseiten der BNetzA noch allgemeine Erläuterungen sowie die Kontaktdaten für eventuelle Rückfragen der Nutzer. Ist die Registrierung erfolgreich, dann verschickt die BNetzA eine Registrierungsbestätigung per Post.

Übrigens kann eine Nichtmeldung teuer werden. Wird die Registrierungspflicht versäumt, dann kann das von der BNetzA als Ordnungswidrigkeit geahndet und mit einem Bußgeld bestraft werden, was bisher aber noch nicht erfolgt ist. Eine Registrierung des Stromspeichers hätte spätestens vier Wochen nach Inbetriebsetzung erfolgen müssen und muss nun schnellstens nachgeholt werden.