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Deutschland scheitert an 18-Prozent-Vorgabe

Derzeit sieht es so aus, als dass Deutschland die EU-Vorgabe, bis 2020 einen Ökostrom-Anteil von 18 Prozent am Brutto-Energieverbrauch zu erreichen, nicht erfüllen kann. Sollten die Anstrengungen Deutschlands weiterhin so bleiben, dann wird es vor allen Dingen im Wärme- und Verkehrssektor fehlen, denn in den Bereichen hinkt der Ökostrom-Anteil im Europa-Vergleich den anderen Ländern hinterher. Das hat eine Analyse des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) ergeben.

Die EU-Vorgaben

Die betreffende Richtlinie der EU ist die 2009/28/EG, die Erneuerbare-Energien-Richtlinie und diese sagt aus, dass der „Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen am Bruttoendenergieverbrauch im Jahr 2020“ in Deutschland bei 18 Prozent liegen soll. Nach den derzeitigen aktuellen Zahlen sieht es aber so aus, dass Deutschland bis 2020 lediglich einen Anteil von 16 Prozent schaffen wird.

Die genauen Zahlen und Hintergründe

Der Bundesverbands Erneuerbare Energie hat versucht, die Gründe für diese Entwicklung festzustellen und kommt zu folgenden Fakten und Zahlen:

  1. Ein Grund für die Fehlentwicklung könnte in der fehlenden Umstellung auf elektrische Antriebe im Verkehrssektor liegen. Der Ökostrom-Anteil hier liegt bei derzeit fünf Prozent. Laut des Verbands könnte dieser Anteil auf 6,1 Prozent bis 2020 steigen.
  2. Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch liegt derzeit bei 31,7 Prozent. Das könnte sich bis 2020 noch auf 40 Prozent verbessern.
  3. Im Bereich des Wärmeverbrauchs erreicht Deutschland bislang nur 13 Prozent. Laut BEE wird sich dieser Anteil nicht groß verändern.

 

Wie geht es weiter?

Je nach Regierungsbildung spielen natürlich die Themen Elektromobilität, Ökostrom-Ausbau und Braunkohleausstieg eine unterschiedlich große Rolle. Mit der neuen Regierung steht und fällt auch das Verfehlen der EU-Klimaziele.

Die Umwelt- und Tierschutzorganisation WWF hat auch Forderungen deutlich gemacht, wie etwa ein „Sofortprogramm Klimaschutz 2020“, um sicherzustellen, dass Deutschland „seinen Verpflichtungen gemäß Paris-Abkommen sowie EU-Recht nachkommt“. Da hat die neue Bundesregierung alle Hände voll zu tun.