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Neues Projekt in Schleswig-Holstein

In Westerau in Schleswig-Holstein hat eine Machbarkeitsstudie jetzt ergeben, dass es in Sachen regenerative Energien ein tragfähiges Konzept gibt, um alle guten Vorsätze umzusetzen, und zwar mit Hilfe von Solarthermie und einer Hackschnitzelheizanlage. Was sich das Energieforum der Gemeinde schon seit Jahren wünscht, könnte nun Realität werden.

Hierzu fand eine Expertise statt, deren Ergebnis nun steht und die der Anfang der Zukunft sein könnte. Viele Einwohner wollen nämlich:

  • eine Genossenschaft gründen
  • ihre herkömmlichen Öl- oder Gasheizungen stilllegen
  • sich an ein Nahwärmenetz anschließen

 

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung wurde von Treurat und Partner vorgenommen und sagt aus, dass sich mindestens 80 Haushalte an ein solches Wärmenetz anschließen lassen müssten. Billerbeck sagt: „80 Nutzer müssten es sein. Bis auf 100 ließe sich die Zahl aufstocken. Werden es mehr, müssten die Anlagen gegebenenfalls vergrößert werden.“

Die Zahlen im Einzelnen

Hagen Billerbeck ist der Planer des Projektes und kennt die Zahlen. Er rechnete vor, dass die Westerauer im Jahr 2,2 Gigawattstunden Wärmeenergie verbrauchen. In Heizöl aufgerechnet sind das 220.000 Liter. Eine Solarthermieanlage könnte allein 22 Prozent dieser Energie ersetzen, wodurch 55.000 Liter Heizöl eingespart würden. Im Winter soll die benötigte Energie aus der Hackschnitzelanlage gewonnen werden.

Billerbeck sagt: „In Dänemark ist Solarthermie schon Stand der Technik. Dort sind sie viel weiter, obwohl wir hier das Land der Denker und Ingenieure sind.“

Natürlich müssen bei einem solchen Projekt auch die Kosten überblickt werden. Bei herkömmlichen Brennstoffen spielen dabei der Literpreis, die Betriebs- und Wartungskosten von Ölbrenner und Pumpe sowie die Rücklagen für eine neue Heizung eine Rolle. Insgesamt kommt man hier auf 89 Cent pro Liter Öl und auf 85 Cent pro Liter Gas. Die regenerativ erzeugte Energie im neuen Projekt ist mit 1,17 Euro dagegen teurer, das Modell aber bietet neben der Unabhängigkeit noch weitere Vorteile, wie zum Beispiel:

  • dass das Geld und die Wertschöpfung in der Region bleiben
  • dass das Image der Gemeinde aufgewertet wird

 

Die Gesamtkosten für die Investition in eine Hackschnitzel- und Solarthermieanlage sowie in das vier Kilometer lange Wärmenetz durch Westerau würden bei 3,2 Millionen Euro liegen. Die Landesregierung ist einer Förderung nicht abgeneigt.

Meinungen zum Projekt

Der Planer des Projektes sieht vor allem die vielen Vorteile: „Sie haben die Chance, sich unabhängig zu machen von Preissteigerungen auf dem Weltmarkt.“

Die Bürgermeisterin Petra Jürß sagt: „Wenn wir selbst bestimmten können was passiert, ist das ein großer Pluspunkt. Da zahlt man gern etwas mehr.“

Isa Reher, Klimamanagerin des Kreises, meint: „Solarthermie ist der Trend der Zukunft. Westerau wäre ein Leuchtturm für ganz Schleswig-Holstein.“

Der frühere Bürgermeister Heinrich Blunck begrüßte das Projekt ebenfalls: „Denken wir an die Zukunft. Wir sind jetzt von Ländern wie Russland abhängig und die sind nicht gerade vertrauenerweckend. Und für die Umwelt sollte man doch etwas investieren.“