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Biomasse aus Mikroalgen

Mikroalgen zur Produktion von Biomasse einsetzen? An der Beantwortung dieser Frage arbeiten derzeit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Solar-Instituts Jülich (SIJ) der FH Aachen und des Forschungszentrums Jülich (FZJ). Es sollen Lösungen aufgezeigt werden, wie eine energie- und kosteneffiziente Biomasseproduktion aus Mikroalgen möglich ist. Unterstützt wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, welches rund 1,58 Mio. Euro bereitstellt. Das Förderprojekt heißt „AlgNutrient-UrBioSol“.

Warum Mikroalgen? Hier gibt Forschungsstaatssekretär Rachel Antwort: „Mikroalgen sind wahre Arbeitspferde unter den Pflanzen, sie wandeln CO2 aus der Atmosphäre in Biomasse um, und zugleich können sie als natürliche ‚Klärwerker‘ Stoffe wie Phosphat, Nitrat und Schwefelverbindungen aus Abwässern filtern.“

Das Projekt AlgNutrient-UrBioSol

Bei diesem Projekt arbeiten folgende Partner zusammen:

  • das FZJ
  • das Solar-Institut Jülich
  • die Lomonosov-Universität Moskau
  • das Nationale Forschungszentrum Kurchatov Institut

 

Die Ziele sind passende lichttechnische Konzepte für die Mikroalgenproduktion und die Verbesserung der Lichtausnutzung durch angepasste Materialien. Die Bioökonomie speilt bei diesem Projekt eine große Rolle. Prof. Dr. Björn Usadel, Leiter des Instituts für Bio- und Geowissenschaften – Pflanzenwissenschaften (IBG-2) des FZJ sagt dazu: „Wir suchen neue Möglichkeiten der Rohstoff- und Energiegewinnung.“ Prof. Dr. Doris Samm ist Prorektorin für Forschung und Innovation der FH Aachen. Sie freut sich über die Förderung durch das BMBF und der damit verbundenen Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit. Sie sagt: „Diese Förderung ermöglicht unseren Forscherinnen und Forschern ihre Visionen umzusetzen.“ Prof. Dr. Ulf Herrmann ist Leiter des SIJ, und sieht die Rolle seines Instituts darin, zu erforschen, wie die Mikroalgen gezielt und effizient mit Licht versorgt werden könnten. Die Forschung konzentriert sich hier auf die Entwicklung von optischen Systemen zur Lichtlenkung und –Konzentration.

Staatssekretär Rachel erklärt zum Projekt, dass zwei Algen-Photobioreaktorkonzepte erprobt werden. Das Ganze dient dem Ziel, das bioökonomische Potenzial von Mikroalgen wirtschaftlicher nutzbar zu machen. Das Solar-Institut Jülich erhält eine Förderung von 358.680 Euro und das Forschungszentrum Jülich erhält 1.228.141 Euro. Rachel bemerkt außerdem, dass die Zusammenarbeit des Solar-Campus Jülich der FH Aachen, dem FZJ und den russischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in dieser Konstellation einzigartig ist und dass es sich um ein weltweit relevantes Zukunftsthema handelt.