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Nachhaltigkeit bei grünen Geldanlagen

Fonds, die für die Umwelt Gutes tun und dabei Geld auch noch hohe Renditen abwerfen? Gibt es die wirklich? Es gibt jedenfalls eine große Menge an derartigen Fonds, die Nachhaltigkeit und Geld versprechen.

Die Anbieter dieser Fonds umwerben auch zunehmen den privaten Anleger, damit dieser sein Geld in den Umweltschutz investiert und soziale Belange unterstützt. Im Umkehrschluss fließt nun immer mehr Geld in diese Anlageangebote. Laut der Global Sustainable Investment Alliance hat sich das Volumen in den nachhaltigen Geldanlagen in den vergangenen zehn Jahren versechsfacht – auf sagenhafte 23 Billionen Dollar. Benjardin Gärtner, Manager des Aktien-Portfolio bei der Fondsgesellschaft Union Investment sagt: „Das Thema Nachhaltigkeit hat seinen Platz im Herzen des aktiven Managements gefunden.“

Doch schaut man einmal genauer hin, dann wird man sehen, dass die oberste Priorität das Erwirtschaften einer Rendite ist und nicht der Umweltschutz. Gewinne müssen erzielt werden, damit der Anleger auch zufrieden ist. Es gibt einschlägige Studien, die beweisen, dass Finanzprodukte, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, zu 90 Prozent besser abschneiden als andere Fonds. Das wiederum liegt daran, dass die Fonds Risiken in den Investments vermeiden oder reduzieren. Arbeitet ein Unternehmen nachhaltig und hat keinen Ärger wegen Umweltverschmutzung oder ähnlichem, dann schwanken auch die Aktien weniger.

Die wichtigste Frage für den Anleger selbst ist aber, wie man einen Fonds findet, der wirklich nachhaltig arbeitet und korrekt wirtschaftet. Hierzu sollte man wissen, dass die Konzerne in Europa eine Informationspflicht haben und dass die EU-Kommission Berichte über die Nachhaltigkeit der Geschäfte verlangt, sofern ein Unternehmen auf dem Kapitalmarkt aktiv ist und mehr als 500 Mitarbeiter hat. Auf der anderen Seite gibt es Ratingagenturen, die die Nachhaltigkeit von Konzernen anhand dreier Kriterien bewerten. Diese Kriterien sind Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Die bekannten Agenturen wie Sustainalytics oder Oekom Research arbeiten auf ähnliche Weise.

Die Fondsgesellschaften wissen diese Fakten auch, es bleibt nur die Frage, was sie daraus machen. Tatsache ist, dass es allein in Europa unter dem Prädikat „nachhaltig“ mehr als 1.600 erhältliche Fonds gibt. Die Bandbreite unter diesen Anlagemöglichkeiten ist sehr groß. Matthias Bönning, Vorstand bei Oekom Research sagt dazu: „Das ist für den Anleger verwirrend. Für ihn ist es wichtig zu schauen, dass die Kriterien der Fonds transparent sind und mit den eigenen Ansprüchen übereinstimmen.“ Hierfür kann der Anleger zum Beispiel das Gütesiegel des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) als Anhaltspunkt seiner Geldanlage sehen.