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Erdgas als Zwischenschritt zur CO2-Neutralität

Der Weg zur CO2-Neutralität von Kraftstoffen für Verbrennungsmotoren ist schwierig und lang, aber nicht unmöglich. Verbrennungsmotoren lassen sich nämlich mit synthetischen Kraftstoffen fast CO2-neutral betreiben. Bis es soweit ist, sollte man über Zwischenschritte nachdenken, die natürlich mit einer CO2-Reduktion verbunden sind.

Erdgas

Erdgas könnte so ein Zwischenschritt sein. Das Verfahren, Erdgas einzusetzen, ist nicht neu und könnte jetzt, nicht zuletzt durch die beschlossene Steuervergünstigung für Erdgas als Kraftstoff bis 2026 neu ins Visier rücken. Martin Westerhoff und Dr. Gerhard Holtmeier beschreiben in ihrem Artikel Erdgas – Die greifbare Chance die Vorteile von Erdgas: „Durch das günstige Kohlenstoff-Wasserstoff-Verhältnis von Methan – vier Wasserstoff-Atome sind jeweils an nur ein Kohlenstoff-Atom gebunden (4:1) – ist der CO2-Ausstoß im Vergleich zu Benzin (2,25:1) um bis zu 30 Prozent geringer." Weiterhin würden die Emissionsvorteile bei bis zu 80 Prozent unter denen von Flüssigkraftstoffen liegen. Längerfristig sollte man aber bedenken, dass bei der Verbrennung von Erdgas nach wie vor CO2 freigesetzt wird, auch wenn es weniger als bei Benzin ist. 

Wasserstoff

Auch Wasserstoff bietet sich als Zwischenschritt an. Beim Herstellen der Kraftstoffe wird Wasserstoff aus Wasser mithilfe elektrischer Energie gewonnen und dann zu den eigentlichen Kraftstoffen weiterverarbeitet. Bei diesem Verfahren wird CO2 in einem geschlossenen Kreislauf gehalten. Es entstehen also keine neuen Treibhausgasemissionen. Der Haken hierbei ist die elektrische Energie, die aus regenerativen Quellen wie Wind oder Sonne stammen muss, um das ganze Konzept wirklich CO2-neutral werden zu lassen. 

Synthetische Kraftstoffe

An synthetischen Kraftstoffen wird nach wie vor geforscht. Da gibt es beispielsweise die Die C1-Oxygenatkraftstoffe Dimethylcarbonat und Methylformiat. Diese haben, mit dem herkömmlichen  Ottokraftstoff verglichen, einen deutlichen Emissionsvorteil. An der Technischen Universität München hat man diesen Fakt jetzt nachgewiesen, indem man einen Motorenversuch an einem Otto-DI-Einzylinder mit Dreiwegekatalysator unternahm. 

Strom

Auch strombasierte Kraftstoffe wären sicherlich eine Alternative. In der Theorie ist es möglich, Methanol aus regenerativen Quellen auch im größeren Maßstab herzustellen. Allerdings sind solche Anlagen nicht sehr verbreitet. Auch rein wirtschaftlich sind CO2-freie Kraftstoffe in Ordnung und kosten zwischen 1,0 und 1,5 Euro je Liter. Das benötigte CO2 für die Methanolherstellung könnte zum einen aus industriellen Prozessen stammen oder auch aus der Atmosphäre gefiltert werden.