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Bewertung der ersten Onshore-Ausschreibungen

Die erste Ausschreibungsrunde nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2017 im Bereich der Onshore-Windenergie ist beendet. Hierbei hat sich die Bürgerenergie durchgesetzt. Erwartungsgemäß ist auch der Preis gefallen. Bestandteil der Ausschreibungsrunde waren 807 Megawatt, die nun zu einem durchschnittlichen Zuschlagswert von 5,7 Cent je Kilowattstunde (kWh) vergeben wurden und 96 Prozent des Ganzen gingen an Bürgerenergie-Projekte. Natürlich werden jetzt Meinungen und Stimmen laut, die hier kurz aufgezählt sind.

Die Meinung der norddeutschen Windenergie-Agentur Wab:

Andreas Wellbrock, Geschäftsführer der norddeutschen Windenergie-Agentur Wab freut sich: „Die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für Wind an Land zeigen, dass die Windenergie die fossile Konkurrenz abgehängt hat.“ Die Errungenschaft der Bürgerenergie sieht die Wab eher verhalten. „Die Auswirkungen des Systemwechsels auf die Akteursvielfalt lassen sich zwar nicht abschließend beurteilen, der Kahlschlag blieb aber aus.“

Die Meinung von Greenpeace Energy:

Greenpeace Energy warnt vor falscher Bürgerenergie: „Dass in der ersten Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land zahlreiche Bürgerenergie-Gesellschaften einen Zuschlag erhalten haben, ist zunächst einmal begrüßenswert.“ Das sagte Marcel Keiffenheim von Greenpeace Energy. „Das Ergebnis der Ausschreibungen muss jetzt allerdings genau darauf geprüft werden, ob hier Gesellschaften zum Zug kamen, in denen tatsächlich engagierte Bürger die Zügel in der Hand halten – oder in wie vielen Fällen am Ende doch versteckte Großinvestoren dahinterstecken.“

Die Meinung vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW):

Der BDEW hat ja bereits 2013 nach Ausschreibungen gerufen und sieht sich nun betätigt. Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung sagt: „Die Ergebnisse der Ausschreibung für Windenergie an Land belegen: Die Einführung von Auktionen zur Ermittlung der Förderhöhe für Erneuerbare Energien war richtig.“ Auch der Anteil der Bürgerenergie wurde positiv aufgenommen. „Es ist nun die Aufgabe des Bundeswirtschaftsministeriums und der Bundesnetzagentur, das Ergebnis zu analysieren und die Vielzahl an Ausnahmeregelungen im Hinblick auf ihre Angemessenheit zu bewerten“, so Kapferer.

Die Meinung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA):

Der VDMA hatte vor Risiken durch die Bürgerenergie gewarnt, denn die kann ohne Genehmigung an den Ausschreibungen teilnehmen. Allerdings wurde das deutliche Übergewicht von Bürgerenergieprojekten nicht erwartet. Matthias Zelinger, Energiepolitischer Sprecher des VDMA: „Das Neubauvolumen 2019 ist daher extrem schwer absehbar, sollte sich bei den nächsten Ausschreibungen hier ein Trend zeigen, muss die Regelung überprüft werden.“

Die Meinung der Grünen:

Die Grünen-Energieexpertin Verlinden fordert nach der Ausschreibungsrunde ein Ende des Ausbaudeckels. Sie sagt: „Das Ergebnis ist einer klarer Beleg, dass die Windenergie längst wettbewerbsfähig mit den alten, schmutzigen Energieträgern ist, die schwarz-rote Koalition will die Windkraft immer noch bremsen, um Kohlekraftwerken eine Verlängerung zu geben.“