Zum Inhalt springen

EnBW hat trotz des operativen Verlustes eine positive Prognose

Das operative Geschäft bei EnBW sah im ersten Quartal dieses Jahres alles andere als gut aus. Das hat sicherlich die außerplanmäßige Abschaltung des Kernkraftwerk-Blocks Philippsburg 2 als Ursache. Aufgefangen wurde der Verlust jedoch durch den Verkauf von Anteilen an einem geplanten Nordsee-Windpark, so dass es am Ende doch ein positives Ergebnis gab, welches höher lag als im Vorjahreszeitraum. Die Prognose für das gesamte Jahr bleibt laut Geschäftsführung unverändert bis leicht steigend.

Die Zahlen im Einzelnen

Der Umsatz im ersten Quartal betrug für EnBW 5,2 Mrd. Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen betrug 513,4 Mio. Euro, was ein Minus im Vergleich zum Vorjahr von 17,3 Prozent bedeutet.

Allein der Bereich Erzeugung und Handel sank dabei um sagenhafte 75,1 Prozent auf 42,5 Mio. Euro, was mit der Abschaltung von Philippsburg 2 begründet wird und auch mit niedrigen Großhandelspreisen zu tun hat.

Auch im Bereich erneuerbare Energien ging das Ergebnis nach unten, und zwar um 13,9 Prozent auf 79,3 Mio. Euro. Begründet wurde das mit dem schwachen Windertrag und der geringen Wasserführung.

Der Vertrieb verzeichnete hingegen ein Plus von 16 Prozent und stieg damit auf 78,3 Mio. Euro. Hier zog man sich aus dem verlustreichen B2B-Commodity-Geschäft unter den Marken Watt und EnBW zurück, was sich am Ende positiv auswirkte.

Das Netzgeschäft entwickelte sich ebenso positiv und stieg um 7,8 Prozent auf 308,6 Mio. Euro. Was hier den Ausschlag gab, waren höhere Erlöse mit den Gasverteilnetzen.

Bedeutung der Ergebnisse

Das operative Geschäft bei EnBW schwächelte, das verdeutlichen die Zahlen. Das Konzernergebnis für alle Aktionäre und kommunalen Anteilseigner stieg unterm Strich im ersten Quartal aber von 51 auf 381 Mio. Pro Aktie bedeutet dieses Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Wachstum von 0,19 Euro auf 1,41 Euro. Der Hauptgrund dafür liegt nach Ausführungen von EnBW im Verkauf von 49,89 Prozent der Anteile des geplanten Nordsee-Windparks "Hohe See" an den kanadischen Versorger Enbridge.

Die Prognose

EnBW rechnet weiterhin mit Erfolgen und einem positiven operativen Ergebnis, was sich zwischen Null und plus fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr bewegen soll. Für die Kompensation der schlechten Quartalsbilanz sieht man die Vollkonsolidierung des Gashändlers VNG sowie die Inbetriebnahme neuer Onshore-Windparks vor. Laut Prognose von EnBW wachsen die einzelnen Bereiche, und zwar der Bereich Netze zwischen -5 und 5 %, der Bereich Erzeugung und Handel zwischen 10 und 20 %, der Vertrieb zwischen 15 und 25 % und der Bereich der Erneuerbaren zwischen 5 und 15 %.