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Neuer Wachstumsmarkt Argentinien

In Deutschland sind die neuen Projekte im Bereich der Windenergie- und Solarkraft durch den Riegel im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) nur noch sehr begrenzt. Daher reizt es die hiesigen Unternehmen, mal einen Blick ins Ausland zu werfen. Ein Wachstumsmarkt ist Südamerika. Um den Markt und die dortigen Gegebenheiten kennenzulernen, gab es seitens der Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH) und dem Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) einen Argentinien-Workshop.

 

Argentinien bietet zahlreiche Vorteile für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien:
•    Dort herrschen durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von bis zu 9 Metern pro Sekunde.
•    Es gibt eine Sonneneinstrahlung von über 9 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
•    Die Fläche ist in etwa acht Mal so groß wie die der Bundesrepublik.
•    Aktuelle Untersuchungen bescheinigen Argentinien, ein stabiler Markt zu sein.
•    Die Regierung plant Investitionen im Infrastruktur- und Energiesektor.
•    Es sollen neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
•    Bis 2025 sollen 20 % des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden.

Auch die Bundesregierung unterstützt deutsche Exporteure und die sie finanzierenden Kreditinstitute bei Geschäften im Ausland. Sabine Twele von der Euler Hermes Aktiengesellschaft sagt: „Die Kreditrückzahlungen sollten im Falle der Errichtung eines kompletten Parks spätestens sechs Monate nach Betriebsbereitschaft beginnen. Die maximal mögliche Kreditlaufzeit beträgt für Erneuerbare-Energien-Projekte bis zu 18 Jahre. Es gibt keine Obergrenze für Deckungen. Grundsätzlich sollten mindestens 51 % des Auftragswertes aus Deutschland stammen.“

Die Lage in Argentinien ist auch denkbar günstig. Seit 2015 werden die Ausbaukapazitäten für erneuerbare Energien ausgeschrieben. Studien zufolge wird es in den nächsten Jahren einen rasanten Zubau geben. Prognostiziert wurden rund 350 MW Windenergie-Leistung für die Jahre 2018 und 2019. Pablo Necochea vom Windenergieanlagen-Hersteller Senvion erklärt außerdem: „Die Ausschreibungen in Argentinien wurden sehr schnell organisiert und haben den Markt in Gang gebracht.“

Thomas Eggers von der Schmid Group stellt fest, dass die Ausgangssituation günstig ist und dass es zwischen Januar und Juli praktisch keine Bewölkung gibt. Dazu kommt, dass es hier Abbaugebiete von Quarzgestein gibt, ebenso wie eine Fabrik, die daraus metallisches Silizium produziert. Eggers selbst liefert Maschinen für den Bau einer Solarzellen-Fabrik.

Das produzierte Silizium soll nun mit den Maschinen der Schmid Group zu Solarzellen weiter verarbeitet werden, das hat die staatliche Projektgesellschaft EPSE, die der Provinzregierung gehört, vor und meint: „Man kann also die gesamte Wertschöpfungskette vom Gestein zur Photovoltaik-Anlage an einem Ort haben. Das ist eine große Chance, Wohlstand in das Land zu bringen.“