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Innovationen rechtssicher erproben

Die Bundesregierung ergänzt mit der am 10. Mai 2017 beschlossenen SINTEG-Verordnung das Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG). Sie schafft einen Rechtsrahmen, um neue Verfahren für eine sichere und stabile Stromversorgung bei hohen Anteilen an erneuerbaren Energien zu erproben und in die Praxis zu überführen. Dazu enthält die Verordnung eine sogenannte Experimentierklausel, die perspektivisch auch für weitere Bereiche der Energieforschung von Bedeutung sein könnte.

 

Mit dem SINTEG-Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) starteten Ende 2016 Aktivitäten in fünf Schaufensterregionen, die große regionale Versuchsfelder bilden. In diesen werden innovative Verfahren und Technologien für industrielle Verbraucher, Speicher und Netzbetreiber erprobt. Dabei geht es vor allem um die Stabilität und Flexibilität von Stromerzeugung und Stromnetzen.

In den Regionen arbeiten über 200 Partner in Unternehmen und Forschungseinrichtungen, aber auch Kommunen, Landkreise und Bundesländer in Arbeitsgemeinschaften zusammen. Sie entwickeln und demonstrieren Musterlösungen für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung bei zeitweise bis zu 100 % der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Dafür konzipieren und erproben sie geschäftstaugliche Prozesse, innovative Technologien und Marktmechanismen für flexible und intelligente Netze und Märkte.

Um den SINTEG-Teilnehmern die Möglichkeit zu bieten, ohne wirtschaftliche Nachteile neue Betriebskonzepte für Stromnetze, Technologien, Verfahren und Geschäftsmodelle in der Praxis zu erproben, hat das BMWi eine zeitlich befristete Verordnung mit sogenannten Experimentieroptionen erarbeitet. Die Regelungen der SINTEG-Verordnung stellen ausdrücklich keinen Präzedenzfall für zukünftige regulatorische Regelungen dar. Sie sollen vor allem ermöglichen, praktische Erfahrungen für die Weiterentwicklung des Rechtsrahmens zu sammeln.

Die fünf SINTEG Schaufensterregionen:

C/sells
C/sells in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen hat den Schwerpunkt Solarenergie mit Fokus auf regionaler Optimierung von Erzeugung und Verbrauch.

Designetz
Im Schaufenster Designetz in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland soll Energie aus Solarenergie und Windkraft für die Versorgung von urbanen und industriellen Verbrauchern genutzt werden.

enera
Bei enera in Niedersachsen geht es unter anderem um regionale Systemdienstleistungen, die das Netz lokal stabilisieren und die Zuverlässigkeit der Stromversorgung auf Basis von Erneuerbaren Energien weiter erhöhen.

NEW 4.0
NEW 4.0 in Schleswig-Holstein und Hamburg soll zeigen, dass die Region bereits 2025 sicher und effizient mit 70 Prozent regenerativer Energie versorgt werden kann.

WindNODE
Das Schaufenster WindNODE umfasst die fünf ostdeutschen Länder und Berlin. Ziel ist eine effiziente Einbindung von erneuerbarer Erzeugung in einem System aus Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor.