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Klimafreundlicher mit Solarthermieanlagen

Solarthermieanlagen werden noch viel zu wenig genutzt. Dabei geht es kaum klimafreundlicher. Warum wird die Möglichkeit, mit der Sonnenwärme zu heizen, nicht intensiver genutzt? Und wie sieht es mit der staatlichen Förderung aus?

 

Fakt ist, dass Solarthermieanlagen in der letzten Zeit immer weniger attraktiv für Bauherren sind. Darauf reagierte der Staat mit höheren Förderungen, was auch kurzzeitig für eine höhere Nachfrage sorgte, sich dann aber doch schnell wieder erledigt hat. 

Eine Solarthermieanlage kann den jährlichen Heizwärmebedarf eines Einfamilienhauses enorm entlasten, dazu reichen oftmals schon wenige Quadratmeter Kollektorfläche auf dem Dach aus. Gerade nach Süden ausgerichtete Dächer sollten hier verstärkt genutzt werden. Ein installierter Speicher  nimmt die Sonnenwärme aus den Kollektoren auf und gibt diese dann in den Heizkreislauf ab. Sind die Anlagen kleiner, werden sie vorrangig für die Erwärmung des Trink- und Brauchwassers genutzt, größere Anlagen geben auch Wärme für die Heizung ab. Lothar Breidenbach vom Heiztechnik-Branchenverband BDH sagt dazu: "Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus reicht eine Kollektorfläche von vier bis sechs Quadratmetern, wenn nur das Brauchwasser erwärmt werden soll. Ist auch eine Heizungsunterstützung vorgesehen, sollte mit bis zu fünfzehn Quadratmetern kalkuliert werden.  Anlagen dieser Größe mindern den Erdgas-, Heizöl-, oder Holzpelletbedarf der Haushalte um etwa 20 bis 25 Prozent.“

Die Vorteile auf einen Blick:
•    Eine Solarthermieanlage hat eine Null-CO?-Bilanz
•    Das Gebäude wird klimafreundlicher
•    Hat die Anlage eine Heizungsunterstützung, wird sie jetzt mit 2000 Euro und mehr subventioniert
•    Für alle anderen Systeme gibt es mindestens 500 Euro
•    Zusätzliche Fördermittel aus dem Anreizprogramm Energieeffizienz  sind möglich

Allerdings nimmt das Interesse an Solarthermie stetig ab. Zum Vergleich:
•    Im Jahr 2008 wurde eine gesamte Kollektorfläche von 2,1 Millionen Quadratmetern installiert
•    Im Jahr 2015 wurde eine gesamte Kollektorfläche von 800 000 Quadratmetern installiert

Die Gründe liegen dafür liegen sicherlich im Preis, denn Solarwärme ist teurer als die fossilen Brennstoffe. Hinzu kommt der Preisverfall bei Erdgas und Heizöl, was den Preisunterschied noch vergrößert. Daher wurden die Förderungen seitens des Staates auch erhöht, was aber nur einen kurzzeitigen Anstieg der Nachfrage bewirkte. Da stellt man sich zwangsläufig die Frage, warum denn die Solarenergie so teuer ist. Für die Sonne muss doch niemand zahlen. Ein Grund für diese Tatsache ist die aufwendige Installation einer Anlage. Deutlich günstiger wird diese Energie, wenn sie in Großanlagen erzeugt wird, was aber für den Eigenheimbesitzer nicht in Frage kommt.

Fazit:
Entweder muss in der Bevölkerung ein noch stärkeres Umdenken erfolgen oder es muss weitere finanzielle Anreize geben, damit Solarthermie wieder attraktiver wird.