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Wasserkraftwerke: Pro und Kontra

Mit Wasserkraftwerken lässt sich umweltverträglich Strom erzeugen. Die Tatsache steht auf der einen Seite. Auf der anderen Seite aber steht die Zerstörung der Natur. Das betrifft gerade die kleineren Wasserkraftwerke, so sagen die Experten.

 

Die entstehenden Schäden in Flora und Fauna sind auch die Ursachen für den wachsenden Widerstand gegen Wasserkraftwerke, und das in ganz Europa.

Ein Beispiel

Ein kleines Beispiel soll die Zerstörungskraft einmal verdeutlichen: In der Steiermark gibt es einen kleinen Fluss, die Mur. Die Gegend um den Fluss gilt als grüne Lunge und Naherholungsgebiet am Stadtrand von Graz. Hier soll ein Wasserkraftwerk gebaut werden. Die Leistung des Kraftwerkes ist mit 80 Gigawattstunden geplant. Das reicht für die Strombelieferung von 20.000 Haushalten. Laut heise.de ist das Ganze aber ein Projekt, das erstens unwirtschaftlich ist und zweitens ein Naturparadies zerstört.

Die Wirtschaftlichkeit

Das geplante Wasserkraftwerk ist unwirtschaftlich, sagen die Gegner des Vorhabens, denn der produzierte Strom ist zu wenig und reicht gerade einmal für vier Tage des Strombedarfs der Steiermark. Der WWF - Flussexperte Gebhard Tschavoll kritisiert vor allem die hohen Kosten. Das Projekt soll an die 110 Millionen Euro kosten, wobei die Stadt Graz einen Kredit über 20 Millionen Euro und das Land Steiermark sieben Millionen Euro als Förderung beisteuert.

Der Wasserkraftexperte Jürgen Neubarth hat schon vor zwei Jahren einmal alle Zahlen gegenübergestellt und die Unwirtschaftlichkeit des Kraftwerkes deutlich gemacht. Er kam zu folgenden Daten:
•    der produzierte Strom wäre mit 1,52 Euro pro Kilowattstunde sehr teuer
•    nach 50 jähriger Nutzung bliebe weiterhin ein Defizit von rund 44 Millionen Euro

Die Natur

Trotz der überzeugenden Zahlen wird weiterhin am Projekt festgehalten. Der Plan sieht vor, 16.000 Bäume entlang der Mur zu roden. Bereits im Februar 2017 rückten Bagger und schweres Gerät an und bisher sind schon ca. 5.000 Bäume gefallen.

Augenzeugen haben berichtet, dass zu Beginn der Arbeiten im Februar überwinternde Tiere brutal niedergemetzelt worden sind und dass Wildtiere in Gärten und Felder geflohen sind. Weiterhin sind auf den gerodeten Flächen tote Vögel gefunden worden. Hat der Kraftwerksbetreiber im Vorfeld versprochen, im Wasser lebende Tiere vor der Bauphase in andere Gewässer umzusiedeln und Bäume wieder aufzuforsten, so skeptisch sind Beobachter und Naturschützer jetzt. Weil Flussläufe verbaut werden und Feuchtgebiete trockengelegt werden, befürchten die Beobachter, dass Amphibien- und Fischbestände zusammenbrechen und andere Wassertiere ganz verschwinden. Den Fischen wird der Lebensraum genommen, ihnen fehlen zudem Plätze zum Laichen und die Deckung vor  Fressfeinden.