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Heiztechnik mit Wasserstoff

Heizen mit Wasserstoff und damit die Brennstoffzelle als Heiztechnologie – welche Rolle spielt diese Technik eigentlich? Neu ist das Prinzip bei Weitem nicht. Joachim Janssen, Vorsitzender der Geschäftsführung von Viessmann hat dazu einen klaren Standpunkt: „Wir messen der Brennstoffzellentechnik eine große Zukunft bei.“ Das sehen aber nicht alle Heizungshersteller so, Vaillant beispielsweise hat bekanntgegeben, sich aus der Brennstoffzellentechnik zurückzuziehen. Wo also liegen die Probleme?

 

Im Unternehmen Bosch heißt es, dass weiterhin Brennstoffzellentechnik angeboten werden soll, in deren Weiterentwicklung aber kein Geld mehr fließe. Und das obwohl es sich hierbei um die umweltfreundlichste Energiegewinnung handelt. Der Knackpunkt liegt sicherlich in der Tatsache, dass Brennstoffzellentechnik teuer ist.

Die Energiewende

Die große Energiewende – weg von fossilen und hin zu regenerativen Energien sieht derzeit so aus, dass sie nur zu schaffen ist, wenn die schwankende Verfügbarkeit von Sonne und Wind ausgeglichen wird. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, wie:
• Batterien
• Speicherung von Strom in Form von Gas
• Brennstoffzellen

Tatsache ist, dass eine Speicherung als Gas mit sehr hohen Energieverlusten verbunden ist und Tatsache ist auch, dass es bei Batterien einen Energieverlust gibt und außerdem die Speicherkapazität einfach nicht ausreicht. Was bleibt also übrig?

Wasserstofftechnik in der Zukunft

Aufgrund der oben angeführten Punkte sollte der Wasserstofftechnik mehr Bedeutung eingeräumt werden. Sie könnte maßgeblich helfen, wenn es um die Überbrückung der Zeiten geht, in denen weder Sonnen- noch Windenergie zur Verfügung steht. Die Berliner HPS Home Power Solutions GmbH zeigte jüngst das „weltweit erste Kompaktgerät zur ganzjährigen Stromversorgung aus der eigenen Solaranlage“, welches auf der Speicherung des Stroms in Form von Wasserstoff basiert. Der nicht benötigte Strom wird hier genutzt, um Wasser in Wasser- und Sauerstoff zu zerlegen, wenn die Sonne scheint und der Wind weht. Sind Sonne und Wind verschwunden, wird dieser Wasserstoff wieder mit Sauerstoff verbunden und es wird Strom hergestellt. Im Hause Viessmann arbeitet man derzeit an der Hochtemperatur-Brennstoffzelle, die ohne Edelmetallkatalysatoren auskommt.  

Die Verbraucher müssen überzeugt werden

Das schwierige ist sicherlich, den Verbraucher von der Technik zu überzeugen. Schließlich muss er dann seine alte Heiztechnik entsorgen und neu investieren. Joachim Janssen weiß: „Der Modernisierungsstau im Wärmemarkt konnte bisher nicht aufgelöst werden.“ Das geht noch weiter, denn im letzten Jahr ist die Modernisierungsrate bei Heizungen sogar gesunken. Deutschlandweit werden jährlich etwa 650.000 Heizungen neu eingebaut oder ausgetauscht. Die Experten sind sich einig, dass das zu wenig ist, wenn man die hochgesteckten Klimaziele erreichen möchte.