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Bayerische Äcker dürfen wieder genutzt werden

In Bayern ändern sich die Zeiten jetzt wieder, das bayerische Wirtschaftsministerium hat jetzt eine neue Verordnung erlassen - ab 1.6.2017 sind große Photovoltaikanlagen auf Grün- und Ackerflächen wieder erlaubt. Eigentlich waren die großen Solarparks auf freien Flächen verschwunden. Die Anlagen waren von der Förderung ausgeschlossen. Die Lage war folgende: Wer ein Solarfeld bauen wollte, der musste eine Ausschreibung gewinnen. Hier ist es generell so, dass der derjenige, der den Strom am billigsten anbietet auch den Zuschlag bekommt. Hier hatte Bayern kaum eine Chance. Das begründete Iris Mayer vom oberfränkischen Unternehmen IBC Solar damals: „Das liegt daran, dass hier in Bayern der Wettbewerb um die bebaubaren Flächen ziemlich stark ist, und da kann man dann sagen, dass solche Projekte in Bayern relativ teuer werden. Auch durch sehr hohe Pachten, die hier gezahlt werden müssen. Das ist in Brandenburg einfach anders."

 

 

Jetzt gibt es vom bayerischen Wirtschaftsministerium eine neue Verordnung. Ab dem 01.06.2017 sind große Anlagen auf Grünflächen und Ackerflächen wieder erlaubt. Allerdings gibt es hierbei eine Begrenzung auf 30 Projekte im Jahr und die Notwendigkeit, „landwirtschaftlich benachteiligte Gebiete“ zu nutzen.

Gegenstimmen

Es gibt auch Gegner der neuen Verordnung. So hält beispielsweise der Bund-Naturschutz-Aktive nichts vom Öffnungs-Erlass für bayerische Äcker. Er sieht die Realität so, dass die Investoren nur am Geldverdienen interessiert sind und sich nur zweitrangig um die Energiewende kümmern. Der Bund Naturschutz findet, dass freie Ackerflächen nicht mit Solarzellen zugebaut gehören, sondern dass PV-Anlagen auf Hausdächer gehören.

Die Meinung der Bauern

Harald Fischer, Wunsiedler Kreisobmann des Bauernverbands, sieht die Lage ähnlich wie die Naturschützer, er findet solche Anlagen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht gut. „Wir haben sowieso einen Landverbrauch, der die Landwirtschaft beeinträchtigt. Wir stehen zu den erneuerbaren Energien, wozu auch Photovoltaik gehört - aber nicht auf landwirtschaftlichen Flächen."

Auf der anderen Seite winken aber Einnahmen durch die Pacht. Hierzu sagt Fischer: „Das ist mit Sicherheit eine interessante Einkommensquelle." Er merkt aber an, dass es oftmals keine Aktiven sind, die die Flächen zur Verfügung stellen, sondern ehemalige Landwirte oder Grundstückseigentümer. Die meisten Flächen sind nur gepachtet, so der Bauernverband. Die Pachtpreise steigen ohnehin, was die Landwirtschaft schwierig macht. Werden nun Freiflächen-Photovoltaikanlagen gebaut, sind es die Grundbesitzer, die Geld verdienen. Und weil die Flächen dadurch knapper werden, steigt wiederum die Pacht.